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Reichensächserin Birgit Schröder legt mit „Dorfkind“ ihren ersten Roman vor

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Von: Emily Spanel

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Autorin Birgit Schröder mit ihrem Roman „Dorfkind“ in ihrem Garten in Reichensachsen. Familiensache: Das Cover hat ihr Sohn gestaltet.
Autorin Birgit Schröder mit ihrem Roman „Dorfkind“ in ihrem Garten in Reichensachsen. Familiensache: Das Cover hat ihr Sohn gestaltet. © Emily Hartmann

Reichensachsen – Ist Heimat das, woher wir kommen, oder das, wohin wir wollen? Heimat, das ist für viele der Ort, an dem sie aufgewachsen sind, jede Straßenecke kannten. Die ersten Schritte. Der erste Kuss. An die eigene Heimat zu denken, lässt ein warmes Gefühl aufsteigen.

Heimat prägt Menschen. Heimat lässt sie nicht los. Heimat bedeutet eine Fülle von Geschichten. Und jedes Mal, wenn man von seiner Heimat spricht, gibt man auch etwas von sich selbst preis.

Die Reichensächserin Birgit Schröder hat sie gesammelt, die Geschichten ihres Vaters und die ihrer eigenen Kindheit. Entstanden ist der Roman „Dorfkind“, der Nachdenkliches, Trauriges, Spitzbübisches, Erstaunliches und Typisches eines (Heimat-)Ortes erzählt, dessen Name auf 280 Seiten bewusst nie genannt wird – „das Dorf könnte überall sein, im Werra-Meißner-Kreis oder anderswo“, sagt die Autorin.

Roman für das Erinnern

Und ganz bewusst ist „Dorkind“ auch keine nostalgische Verklärung einer Bullerbü-Kindheit auf dem Land in den 1960er- und 1970er-Jahren. Es ist vielmehr ein Werk gegen das Vergessen und für das Erinnern. An die Traditionen der Kirmesfeiern etwa, an die der Hausschlachtung und die manchmal skurrilen Erlebnisse an der Milchannahmestelle.

„Am ehesten wiederfinden werden sich die Menschen, welche die 50 überschritten haben“, glaubt Birgit Schröder. Jene Menschen, die wieder die Freude erinnern können, als der erste Schwarz-Weiß-Fernseher in das Zuhause einzog, oder die vielleicht selbst noch eine der sogenannten „Zwergenschulen“ besucht haben.

Eine Kindheit auf dem Land

Viel gelernt habe sie beim Schreiben über das Schreiben, sagt die 60-jährige Autorin. Mit Finesse hat sie zwei Handlungsstränge miteinander verwoben: Zum einen die Geschichte um Protagonistin Anni Ramelow, die als echtes nordhessisches „Dorfkind“ in einem Ort aufwächst, der von Landwirtschaft und dörflichen Traditionen geprägt ist. Mit ihrem Kindheitsfreund Hardy erlebt Anni zumeist unbeschwerte Zeiten – mit ihm beginnt sie zu erfahren, was Leben und Liebe heißt. Doch alles verändert sich, als Annis Familie fortziehen muss. Damit zerreißt das Band zu allem, was ihr vertraut und bedeutsam ist. Wie geht sie als Erwachsene mit den Begegnungen von früher um, als sie als 38-Jährige nach Nordhessen zurückkehrt? Als sie nach so vielen Jahren mit ihrer Jugendliebe Hardy konfrontiert wird, gerät ihr Leben in Bewegung.

Zum anderen sind da die historischen Ereignisse, die wie selbstverständlich in die Handlung eingeflochten werden: die erste bemannte Mondlandung 1969 etwa, das schreckliche Münchner Olympia-Attentat 1972, die Wirtschaftskrise und die autofreien Sonntage.

Heimat gibt Halt

Birgit Schröder, beruflich eigentlich in der Hotellerie verortet, ist es gelungen, gleich mit ihrem ersten Roman einen tiefen Heimatbegriff zu entwickeln.

Die Heimat ihres „Dorfkindes“ ist eine Art Resonanzboden – manchmal schwingt er mit, wenn Dinge in Bewegung geraten. Und manchmal federt er vieles ab. Heimat ist auch etwas Tiefes, etwas, das Halt gibt.

Hier gibt es das Buch zu kaufen

Birgit Schröders Roman „Dorfkind“ ist erhältlich im stationären Buchhandel: Buchhandlung Heinemann, Marktstraße 7-13 und Stad 4 in Eschwege. Online kann man das Buch über „Shop tredition“ beziehen: ISBN 978-3-347-51796-7. Auch Direktbestellungen bei der Autorin sind per E-Mail möglich:
dorfkind-buchbestellung@gmx.de – gern auch mit persönlicher Widmung.

birgitschroeder.net

Von Emily Hartmann

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