Fliegender Bau dauerhaft zurück nach Thüringen

Heimatalm geht vom Werratalsee zurück ins Eichsfeld

Kommende Saison wird die letzte am Werratalsee sein: Das fliegende Gebäude der Heimatalm geht ab Herbst dieses Jahres dauerhaft an seinen ursprünglichen Standort am Katharinenberg in Thüringen zurück.
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Kommende Saison wird die letzte am Werratalsee sein: Das fliegende Gebäude der Heimatalm geht ab Herbst dieses Jahres dauerhaft an seinen ursprünglichen Standort am Katharinenberg in Thüringen zurück.

Der fliegende Bau der Heimatalm, der derzeit am Nordufer des Werratalsees in Eschwege und der Gemeinde Meinhard steht, wird definitiv nach Thüringen zurückkehren.

Eschwege - „Das Heimatalm-Gebäude wird seinen festen Standort am Katharinenberg haben“, teilte der Betreiber Christian Mehler mit. Die Entscheidung sei gefallen, die Gemeinde Südeichsfeld habe großes Interesse an der Gastronomie, zu regeln seien nur noch einige bauplanerische Aspekte. Auch das Grundstück habe die Gemeinde Südeichsfeld Mehler inzwischen zum Kauf angeboten.

Unabhängig davon verfolgt Mehler weiterhin seine Pläne für den sogenannten „Heimathafen“*, dessen Konzept er sowohl der Stadt Eschwege für das Nordufer als auch der Gemeinde Meinhard für das Ostufer des Werratalsees angeboten hat.

Konzept Heimathafen richtet sich an Familien, Wanderer, Radler - Angebot gilt für Meinhard und Eschwege

Das Konzept des Heimathafens hebt sich von der bisher bekannten Heimatalm ab. Zwar spricht Mehler in seinem Konzept von einem „Gastronomie-Erlebnis“. Doch das soll sich an junge Familien und Großeltern, Vereine, Firmen sowie Wanderer, Touristen, Spaziergänger und Radfahrer richten.

Als Gebäude schlägt Mehler einen aus Naturmaterialien errichteten Bau mit großer Glasfront Richtung Wasser vor, zwei unterschiedlich ausgerichtete Außenterrassen sowie einen Bootssteg beziehungsweise -anleger mit einer weiteren Terrasse über dem Wasser. Herzstück der Gastronomie soll eine große, offene Küche sein. „Dann gibt es auch die Möglichkeit, eine gute Gastronomie anzubieten, denn da haben wir noch ganz viel Potenzial nach oben“, sagt er.

Die Möglichkeiten in dem fliegenden Bau der Heimatalm seien einfach begrenzt gewesen. Detaillierte architektonische und bauliche Pläne für den Heimathafen am Werratalsee gibt es noch nicht. Dazu will Mehler erst grünes Licht von einer der beiden Kommunen haben. Meinhard wird voraussichtlich bis zum Sommer eine Entscheidung treffen; die Stadt Eschwege verhandelt mit der Gastronomiekette Timberjacks über eine Ansiedlung am Nordufer.

Eschwege: Heimatalm Bereicherung für Saison 2021

Gerade von Eschwege fühlt sich Mehler hingehalten und belegt dies anhand seiner Chronologie. Im November 2019 hatte Mehler der Stadt sein Interesse mitgeteilt, die Almhütte dauerhaft am Nordufer etablieren zu wollen. Daraufhin wurde ihm Anfang 2020 mitgeteilt, dass das Anliegen an Bürgermeister Alexander Heppe geleitet wurde und es im Dezember 2019 in einem Jour-fixe-Termin behandelt worden sei. Es sei aber vorbehaltlich ein Beschluss des Magistrates abzuwarten.

Ende Mai vorigen Jahres stellte sich nach Mehlers Aussage heraus, dass sein Ansinnen den Magistrat bis dato nie erreicht hatte. „Bürgermeister Heppe hat diese Information scheinbar bewusst zurückgehalten“, sagt Mehler heute. Erst im Oktober 2020 beschäftige sich der Magistrat damit.

Stadt Eschwege nimmt zur Vorwürfen Stellung

Auf Anfrage teilte die Stadt am Freitag mit: Im November 2019 wurde das Interesse signalisiert, die Almhütte auch in 2020 und möglicherweise auch langfristig am Nordufer zu belassen. Diese Information wurde nicht zurückgehalten, sondern umgehend im Magistrat beraten.

Im Protokoll vom 27. Januar heißt es dazu: Herr Mehler verfolgt das Ziel die Heimatalm langfristig an einem Standort am Werratalsee zu betreiben. Bisher wurde auch von Herrn Mehler noch keine abschließende Entscheidung zum endgültigen Standort getroffen. Die Anfrage von Herrn Mehler wurde in unserem Haus geprüft und seitens der Verwaltung wird die Auffassung vertreten, dass eine Genehmigung für den Betrieb der Heimatalm für den Standort am Nordufer für das Jahr 2020 zu den gleichen Konditionen des Vorjahres ohne Probleme erteilt werden kann. Aufgrund der geplanten Erschließungsmaßnahmen, sowie möglicher anderer Investitionsvorhaben in den Folgejahren am Nordufer sollte vorerst über das Jahr 2020 hinaus keine Genehmigung erteilt werden.

Eschwege: Es gibt noch weitere Interessenten für das Nordufer

Sein Wunsch, ein weitergehendes Konzept vorzustellen, kam Mitte Juni und wurde nach einer Terminfindungsphase (u. a. Corona-Pandemie) im Oktober beraten.

Bürgermeister Heppe dazu: „Herr Mehler von der Heimatalm hat ein interessantes und erweitertes Konzept im Oktober dem Magistrat vorgestellt. Der Magistrat hat einen Beschluss gefasst. Der Magistrat unterstützt den Fortbestand der Heimatalm am jetzigen Standort auch den Winter hindurch und zunächst für die Saison 2021 und sieht die Heimatalm als Bereicherung für das Nordufer. Herr Mehler hat offen gesagt, dass er parallel auch mit Meinhard verhandelt.

Umgekehrt weiß er auch, dass es weitere Interessenten für das Nordufer gibt. Bevor jedoch über eine dauerhafte Überlassung entschieden werden kann, ist zunächst die tiefbautechnische Erschließung des Nordufers durchzuführen, was auch die Frage der Entwässerung beinhaltet, da das Nordufer noch an die Kanalisation angeschlossen werden muss.“ (Stefanie Salzmann)

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