1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Heimatmuseum Weißenborn: Gang durch ein altes Wohnhaus

Erstellt:

Von: Eden Sophie Rimbach

Kommentare

Rätsel geben diese vier Exponate auf. Sie sind im Untergeschoss des Museums zu finden.
Rätsel geben diese vier Exponate auf. Sie sind im Untergeschoss des Museums zu finden. © Rimbach, Eden Sophie

DINGS AUSM MUSEUM Das Heimatmuseum in Weißenborn.

Heimatmuseen bergen alte Schätze aus der Region. Bei manchem Exponat wissen selbst die Betreiber nicht, was es damit auf sich hat. Wir stellen in loser Reihenfolge besondere Ausstellungsstücke vor.

Weißenborn – Zwischen einem Herd und dem Küchenschrank lassen Alltagsgegenstände erkennen, dass sich hier das Leben abspielte, ein Stockwerk weiter oben geht es von der guten Stube ins Schlafzimmer: Mit dem Heimatmuseum Weißenborn betreten Besucher ein Wohnhaus aus einer anderen Zeit.

„Es war schwierig, etwas zusammenzukriegen“, erinnert sich Monika Heinisch an die Anfänge des Museums. In den 1960er Jahren sei viel weggeworfen worden, wenn beispielsweise ein Dachstuhl erneuert wurde. Monika Heinisch kennt viele Geschichten hinter den zahlreichen Exponaten aus Weißenborn und Rambach. Gemeinsam mit Edeltraud Rimbach gehört sie dem Heimatverein Weißenborn an und ist für das Museum zuständig.

Nachdem das alte Wohnhaus mit anliegendem Ziegenstall der Gemeinde geschenkt wurde, sanierte es diese mithilfe der Dorferneurung Ende der 1980er Jahre. Bau und Kosten trug die Gemeinde, eingerichtet wurde das Museum mit Treppenhaus, das einst der Stall war, vom Heimatverein. 1992 eröffnete das Heimatmuseum.

Lange habe man nach einem Scheffel gesucht. Mit landwirtschaftlichen Geräten und einer Metze ist er im Untergeschoss ausgestellt. Beide dienten zum Abmessen von Getreide. Wozu die mit geschmiedeten Köpfen versehenen Holzstäbe, die dort ebenfalls liegen, dienen, fragt sich der Museumsverein allerdings. Im Untergeschoss steht auch der erste Bürgermeisterschrank Weißenborns mit zahlreichen Post-Utensilien. Monika Heinisch erklärt, dass Weißenborn seine Post mit Kriegsende nicht mehr aus Großburschla erhalten konnte. Schnell musste eine eigene eingerichtet werden. Lächelnd fügt sie hinzu: „Und die war bei meiner Patin in der Küche!“ Erst später entstand ein eigener Anbau.

Postkarten aus den 1930er Jahren und Fotos aus dem frühen 20. Jahrhundert sind an den Wänden im ersten Stockwerk zu sehen. Wenn an ihrer Stelle ein Schrank zum Ausstellen von Textilien aufgestellt wird, möchte der Verein sie zusammen mit Fotos, die die abgebildeten Häuser heute zeigen, im zweiten Stockwerk ausstellen.

Nur getragen sind zwei Leinenschürzen im Museum zu sehen. Sie wurden als Arbeitsschürzen über der seidenen Tracht getragen und gehören Edeltraud Rimbach und Monika Heinisch. Das Besondere: Sie wurden einst mithilfe von Blaudruck-Modeln verziert. Bis ins 20. Jahrhundert hinein nutzten kleinere Handwerksbetriebe auch in Nordhessen das Verfahren.

Ein langes Tuch aus 1870 ragt unter den vielen Decken auf dem Bett im ersten Stockwerk hervor. Als die ersten Tagesdecken beschreibt Monika Heinisch die „Vorhangsbetttücher“. Sie stammen laut ihr aus einer Zeit, in der die Menschen morgens vom hohen Bett hinabrutschten. Da dabei keine Unterwäsche getragen und nur selten gewaschen werden konnte, verdeckte es Flecken.

Während einige Exponate ab etwa 1800 im Museum zu finden sind, stammen die meisten aus dem 19. Jahrhundert. Im zweiten Stockwerk sind neben Fotos vor allem Karten aus der alten Schule Weißenborns, einem „Bildwerfer“ aus der in Rambach und einer alten Schulbank zu sehen. „Es ist ein Museum zum Anfassen“, sagt Monika Heinisch.

Besucht werden kann das Heimatmuseum auf Anruf.

Kontakt: Edeltraud Rimbach, Tel. 0 56 59/1435, oder über die Gemeinde, Tel. 0 56 59/302

(Eden Sophie Rimbach)

Auch interessant

Kommentare