BLICKPUNKT WERRA-MEIßNER Museum Wichmannshausen bittet um Hilfe

Museums-Exponate geben Rätsel auf

Eine verzierte Metallbox.
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Wozu diente diese Metallbox, die sich im Heimatmuseum Wichmannshausen befindet.

Heimatmuseen beziehen ihre Exponate oftmals aus Spenden. Nicht jede Bedeutung oder Nutzen kann geklärt werden. Gemeinsam mit unseren Lesern hofft der Museumsverein Wichmannshausen auf Aufklärung.

Wichmannshausen – Gemeinsam mit einer kleinen, verzierten Kiste und einem aus langen Hölzern zusammengefügten Gerät, deren Verwendung geklärt werden konnte, gehört ein Exponat zum Museum im alten Boyneburger Schloss, zu dem zahlreiche Besucher bereits Thesen aufgestellt haben, das jedoch bis heute Rätsel aufgibt.

Um Mithilfe bittet der Verein deshalb bei einem hölzernen Exponat, an dem sich an der vermuteten Rück- und Unterseite Zapfen finden. Anhand der Abnutzungen an einer der beiden Seiten lässt sich erkennen, dass es vermutlich auf diese gestellt wurde. Viel mehr sei nicht bekannt, wie der Vorsitzende des Museumsvereins Arno Maske bedauert. Er hofft darauf, dass es in der Leserschaft Menschen gibt, die zur Aufklärung beitragen können.

Eine früher Kurzzeitwecker

Bei einem weiteren Ausstellungsstück kommt mittlerweile Licht ins Dunkel. Den Zweck der verzierten Blechkiste, die oben über vier verbundene und an der Seite über ein weiteres Loch verfügt, können so nur wenige Besucher erraten. Dass es sich hierbei um einen Kurzzeitmesser handelt, erklärt Arno Maske, Vorsitzender des Museumsvereins. Je nachdem, in welches der oberen Löcher eine kleine Kugel geworfen wurde, legte diese in der Kiste einen unterschiedlich langen Weg zurück, bis sie ein Glöckchen ertönen ließ, das das Verstreichen der gewählten Zeit verkündete.

Auch beim nächsten merkwürdig anmutenden Teil gibt es inzwischen eine Theorie. Hinter einem hölzernen Gestell mit abgerundetem Holzklotz am Ende verbirgt sich wahrscheinlich eine „Muskrücke“.

Genutzt wurde diese, wenn mehrere Haushalte zusammen Mus kochten. Das passierte dann gerne in einem Schlachtekessel, in dem das Mus auch umgerührt werden musste. Hier kam dann die Muskrücke ins Spiel.

Besucher helfen den Museumsbetreibern immer wieder mal auf die Sprünge, wenn es um die Bestimmung eine Teils geht. In den vergangenen Monaten mussten die Gäste aber weitestgehend draußen bleiben. Wenngleich aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr auch Besuche in den Museen des Werra-Meißner-Kreises nicht möglich waren, steht die Arbeit im Museum in Wichmannshausen keinesfalls still. Nachdem mehrere Mitglieder des Museumsvereins den Brunnen, der bei der Hofrenovierung vor wenigen Jahren gefunden wurde, in Eigenleistung wieder aufgebaut hatten, sorgte ein Mitglied binnen drei Wochen für die abschließenden Holzarbeiten.

Alte Tor soll wieder angebracht werden

Das alte Tor, das der Museumsverein in einer der Scheunen wiederentdeckte, soll wieder angebracht werden. Ein neuer Sandsteinpfosten als Befestigung konnte bereits so gesetzt werden, dass das Tor wieder in den Rinnen laufen kann, die in den alten Steinen an dem unteren Eingang des Hofes zu erkennen sind. Den Schreibtisch, an dem Kurt Reuber, der einst Pfarrer des Ortes war und der die Madonna von Stalingrad zeichnete, einst seine Doktorarbeit schrieb, hat dessen Sohn dem Museum kürzlich überlassen. Damit wird er nach einem Weg, der unter anderem über Kassel, Hamburg und Wiesbaden führte, künftig wieder unweit seines einstigen Standortes zu sehen sein. Während damit ein Exponat in das Museum einzieht, dessen Geschichte bekannt ist, geben andere den Besuchern und zum Teil auch den Mitgliedern Rätsel auf.

Wer die unbekannten Exponate erkennt, die bereits seit mehreren Jahren Teil des Museums sind und bei dem der Verein seit zwei Jahren gezielt versucht, den einstigen Nutzen herauszufinden, wird gebeten, sich telefonisch in der Redaktion, bei Arno Maske (Tel.: 0 56 58/92 14 3) oder bei der Museumsleiterin Ulrike Hahn (Tel.: 0 56 53/73 99) zu melden. Beiden kann man auch auf den Anrufbeantworter sprechen. Zudem sind Helfer und neue Mitglieder stets willkommen und müssen keine Vorkenntnisse mitbringen. Aktuelle Informationen zum Museum sind zu finden unter museum-wichmannshausen.de. Foto: privat

Von Eden Sophie Rimbach

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