Heizsaison beginnt

Gefahr bei defekten Heizungen und Öfen: Schornsteinfeger und Feuerwehr warnen vor Kohlenmonoxid

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Wichtiger Helfer: Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos. Messgeräte wie dieses warnen vor der tödlichen Gefahr.

Die Heizsaison hat im Werra-Meißner-Kreis begonnen und birgt eine große Gefahr: Kohlenmonoxid kann bei defekten Heizungen und Öfen in Wohnräume gelangen und zu einer tödlichen Vergiftung führen.

Davor warnt die bundesweite Initiative „CO macht KO“. Die Schornsteinfeger-Innung sowie Kreissprecher Jörg Klinge in Vertretung für Kreisbrandinspektor Christian Sasse bestätigen die Gefahr.

Das farb- und geruchlose Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung, oft, weil zu wenig Sauerstoff zugeführt wird. Laut Klinge passiert das vor allem bei der Verbrennung von Holz, es könnten aber alle Heizungsanlagen betroffen sein. Der Austritt des giftigen Gases in Wohnräume kann mehrere Gründe haben, erklärt Michael Maurer, Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Kassel, die für Nordhessen zuständig ist. Beispiele seien durch Vogelnester verstopfte Schornsteine, aus denen Abgase nicht abziehen können, sowie defekte oder undichte Heizungsanlagen. Zentralheizungen hätten zwar oft Sicherheitseinrichtungen, die die Anlage bei einem kritischen CO-Austritt abschalten. Das gebe es bei Öfen nicht.

Gefahr vor Kohlenmonoxid: Regelmäßiges Reinigen von Öfen und Heizungen wichtig

Daher sei es wichtig, Öfen und Heizungen regelmäßig zu reinigen, zu warten und zu überprüfen. Je nach Heizungstyp sei eine Überprüfung durch den Schornsteinfeger alle ein bis drei Jahre fällig, sagt Maurer. Geregelt ist das in der Kehr- und Überprüfungsordnung. Anders als bei Autos, bei denen der Tüv alle zwei Jahre verpflichtend untersucht, ob Abgase falsch austreten, liege die technische Wartung von Heizungen allein in Verantwortung der Eigentümer. Wird bei der Überprüfung der Grenzwert von 1000 ppm überschritten, muss der Schornsteinfeger die Heizung sofort stilllegen.

Michael MaurerSchornsteinfeger-Obermeister

Maurer warnt auch vor unsachgemäß eingebauten oder betriebenen Dunstabzugshauben, die Luft aus dem Raum ansaugen – und so Abgase aus dem Schornstein in die Wohnung ziehen können. Maurer und Klinge empfehlen, neben den gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmeldern CO-Melder zu nutzen. Das gelte vor allem für Besitzer von Öfen, so Maurer. Die Melder sollten an der Decke montiert werden, da CO leichter als Luft sei und nach oben steige.  

Kohlenmonoxid blockiert Sauerstofftransport

Kohlenmonoxid (CO) bindet sich im Blut an die roten Blutkörperchen, die dann keinen Sauerstoff mehr transportieren können. Bereits nach wenigen Atemzügen kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Anzeichen sind plötzliche Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Unwohlsein bis hin zu Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit. Vergangene Woche war ein Mann in Ratingen (Nordrhein-Westfalen) nach einem CO-Austritt tot aufgefunden worden. 

In Rommerode kam es Anfang November zu einem Wohnungsbrand, weil ein Ofen überhitzte.

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