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Heiztipps sind brandgefährlich

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Von: Konstantin Mennecke

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Ein Teelichtofen steht auf einem Tisch.  Vier Teelichter brennen unter einem umgedrehten Tontopf.
Hübsch und dekorativ anzusehen aber keinesfalls Ersatz für eine Heizung: Teelichtöfen werden im Internet als Energiespartipp angepriesen. Baumärkte und Feuerwehren betrachten das mit Sorge. © Matthias Haaß

Die Feuerwehr warnt vor dem Gebrauch von Teelichtöfen.

Werra-Meißner – Das Internet ist voll mit vermeintlichen Tipps, mit denen in Windeseile die eigene Wohnung kostengünstig aufgeheizt werden kann. Heizlüfter zum Wäschetrocknen gehören ebenso dazu wie Teelichtöfen, die zur Steigerung der Raumtemperatur beitragen sollen. Kreisbrandinspektor Christian Sasse und Norbert Fischer, Präsident des Landesfeuerwehrverbands Hessen, warnen auf Anfrage unserer Zeitung eindringlich vor diesen Tipps.

Damit die sogenannten Teelichtöfen, bestehend aus Teelichtern und einem Tontopf, eine Wirkung zeigen könnten, müsste man laut Präsident Norbert Fischer sehr viele Teelichter verwenden. „Stehen mehrere Teelichter nah beieinander und wird die Wärme darüber hinaus gestaut, kann es innerhalb von Sekunden zu einem Wachsbrand kommen“, warnt Fischer. Dabei könne eine Flamme von bis zu einem Meter Höhe entstehen, die Tischdecken oder weitere Einrichtungsgegenstände entzündet. „Die ersten Brände dieser Art sind in Deutschland bereits entstanden.“ Eine weitere Gefahr ist laut Kreisbrandinspektor Sasse das Zerspringen der Tontöpfe, wenn sie die Energie nicht mehr aufnehmen können. Derart heiße Tonteile könnten zu Verletzungen und zu Bränden führen.

Bei dieser Zweckentfremdung von Kerzen ist laut Christian Sasse zudem die Gefahr groß, dass sich das geruchs- und farblose Atemgift Kohlenmonoxid in der Wohnung ausbreitet. Dieses kann in geschlossenen Räumen zur Ohnmacht, im schlimmsten Fall zum Tode führen.

Die Feuerwehren raten deshalb nicht nur zu Rauch-, sondern auch zu Kohlenmonoxid-Meldern. Sie erkennen das Gas und schlagen Alarm.

Wer Heizlüfter verwendet, soll laut Sasse immer die Herstellerangaben beachten. Bei gasbetriebenen Geräten müsse auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr geachtet werden. Bei elektrisch betriebenen Lüftern sei laut Landesfeuerwehrverband auf das CE-Kennzeichen zu achten. Diese Geräte schalten sich von selbst ab. In beiden Fällen dürfen keine Gegenstände über die Lüfter gehängt oder Wäsche in unmittelbarer Nähe platziert werden. „Diese kann Feuer fangen und die ganze Wohnung steht schnell in Brand“, warnt Norbert Fischer.

Grundsätzlich seien Geräte, die für den Garten gedacht sind, wie Heizpilze und Ähnliches, aber auch Grills, nicht für Innenräume geeignet, sondern dort brandgefährlich. (kmn)

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