Eine Eiche älter als der Ort

Auf dem Dachboden gefunden: Herleshäuser Mooreiche ist rund 10.000 Jahre alt 

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Gefunden in fünf Metern Tiefe und zugesägt vom Altbürgermeister: die Herleshäuser Mooreiche.

In Herleshausen im Werra-Meißner-Kreis war eine 10.000 Jahre alte Mooreiche jahrelang verschwunden.

  • Mooreiche aus Herleshausen im Werra-Meißner-Kreis ist mehr als 10.000 Jahre alt
  • 1965 beim Bau einer Kläranlage gefunden.
  • Mooreiche war für Jahre verschwunden

Herleshausen - Für einen stillen Zeitzeugen ist das 1000-jährige Bestehen, das Herleshausen im Werra-Meißner-Kreis vergangenen Jahr gefeiert hat, nur ein Sandkorn in der Zeit: Rund 10.000 Jahre alt, und damit wohl sogar wesentlich älter als der jüngst im Eschweger Werratalsee gefundene Eichenstamm, ist die Herleshäuser Mooreiche.

Erstmals taucht die knorrige Eiche im Jahr 1965 in den Geschichtsbüchern von Herleshausen im Werra-Meißner-Kreis auf auf: Beim Bau der Herleshäuser Kläranlage wird der schon seinerzeit sensationelle Fund gemacht und die bis heute umgangssprachlich übliche Bezeichnung „Mooreiche“ geprägt. Entsprechende Untersuchungen folgen in hoher Zahl, nach deren Abschluss das Alter der Eiche auf rund 10.000 Jahre festgelegt wird.

Mooreiche aus Herleshausen: Zugeschnitten von Bürgermeister Ludwig Fehr 

Im eigenen Sägewerk in Herleshausen im Werra-Meißner-Kreis schneidet daraufhin der damalige Herleshäuser Bürgermeister Ludwig Fehr den Stamm zu – Format: Bahnschwelle. Zum Schmunzeln ist die folgende Anekdote: Laut Augenzeugenberichten schimpft Bürgermeister Ludwig Fehr dabei fürchterlich über die Härte des Holzes, mit der er sich über Stunden abmüht.

1983 schließlich, genau am 4. Februar, wird die Herleshäuser Mooreiche der Sparkasse zur Eröffnung der neuen Räumlichkeiten in der Ortsmitte geschenkt. Unkonserviert ist sie dort bis zu einem folgenschweren Umbau im Eingangsbereich jedermann zugänglich – danach bleibt sie über Jahre unauffindbar. Niemand im Werra-Meißner-Kreis weiß wo sie ist. 

Mooreiche in Herleshausen: wiederentdeckt auf dem Dachboden 

Erst im vergangenen Frühjahr, pünktlich zur 1000-Jahr-Feier, wird der Eichenstamm mit der besonderen Geschichte wiederentdeckt: vergessen auf dem Dachboden des Sparkassen-Gebäudes. Wieder salonfähig gemacht, steht die Mooreiche seitdem für jeden zugänglich im Eingangsbereich des Dorfgemeinschaftshauses. 

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