Tagespflege und Gemeindezentrum vereint

Im Pilotprojekt zieht Leben ein: Hermann-Sauter-Haus eröffnet in Großalmerode

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Offizielle Eröffnung: Pfarrer Jörn Jakob Klinge (von links), Pfarrerin Susanne Hüfken, Torsten Rost (Diacom) und Hannelore Beutler (ehemals Diacom).

Großalmerode – Ursprünglich abgelehnt – jetzt Pilotprojekt: Das Hermann-Sauter-Haus in Großalmerode wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich eröffnet.

Der 24. Februar geht als denkwürdiges Datum in Großalmerodes Geschichte ein: Vor genau 244 Jahren wurden die Stadtrechte verliehen, am Sonntag wurde der Komplex mit evangelischem Gemeindezentrum und Diacom Tagespflege eröffnet. 

Nach dem Gottesdienst in der Stadtkirche begrüßte Pfarrer Jörn Jakob Klinge mit Kollegin Susanne Hüfken, Ernst Goebel vom Kirchenvorstand und Torsten Rost, Geschäftsführer der Diacom Altenhilfe, im Gemeindesaal des Gebäudes die Gäste. Darunter auch Pröbstin Katrin Wienold-Hocke, Dekanin Ulrike Laakmann, Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen sowie dessen Amtsvorgänger Andreas Nickel, der den Bau noch in seiner Amtszeit bis zum Sommer 2017 unterstützte.

Kirche und Tagespflege unter einem Dach

Auch Hannelore Beutler, ehemalige Geschäftsführerin der Diacom, war gekommen. Sie und Pfarrer Klinge bezeichnete Moderator Ernst Goebel als „geistige Eltern des Hauses“. Beutler hatte 2012, nachdem auf der Herbstsynode des Kirchenkreises für das sanierungsbedürftige Gemeindehaus am Standort „Obere Scheidquelle“ das Aus besiegelt war, auf der Suche nach einer Alternative die Idee, evangelische Kirche und Diacom Tagespflege unter einem Dach zu vereinen. Trotz anfänglicher Widerstände ließen Beutler und Klinge nicht locker. Das Ergebnis lässt sich sehen: Der etwa 500 Quadratmeter große Komplex ist jetzt ein Pilotprojekt im Bereich der Landeskirche Kurhessen Waldeck, umgesetzt vom Kasseler Architekturbüro „foundation 5+“. 

Das Haus mit Leben füllen

Herman Sauters Enkelin Renata Kiworr-Ruppenthal, derzeit Pfarrerin in Mainz, sah die Namensgebung als Wertschätzung der Arbeit ihres Großvaters, der Pfarrer in Großalmerode von 1931 bis 1945 war.

Die Liste derer, denen Rost sowie die Pfarrer Hüfken und Klinge zur Eröffnung im 100 Quadratmeter großen Gemeindesaal für all die Unterstützung vom Abriss bis zum Neubau dankten, war lang. „Das Leben ist eine Baustelle“ wertete Dekanin Laakmann die ambitionierte Doppellösung. Bürgermeister Finn Thomsen überreichte die ersten 130 Euro als Pate für neue Stühle. Vincent Koch vom Jugendparlament versicherte, das Haus mit Leben zu füllen.

Gemeindezentrum, Altenhilfe und Co.

Im linken Trakt des Hermann-Sauter-Hauses befindet sich auf etwa 200 Quadratmetern Größe das Gemeindezentrum. 100 Quadratmeter davon misst der Gemeindesaal, der sich durch mobile Elemente schalldicht teilen lässt. Die übrige Fläche teilt sich auf in Gemeindebüro, Küche, zwei Nebenräume und den sanitären Bereich. Etwa die gleiche Größe steht der Diacom Altenhilfe für die Tagespflege der Senioren zur Verfügung. Davon macht die Hälfte der große Aufenthaltsraum aus, der Rest verteilt sich auf Therapie- und Ruheraum, Küche, Büro-, Abstell- und Besprechungsräume. 

Beide Bereiche sind durch ein Foyer räumlich voneinander getrennt, zudem führt der Weg über ein Treppenhaus ins Untergeschoss. Der Komplex ist zur Hälfte unterkellert. Hier befinden sich zwei Jugendräume, die Haustechnik, ein Büro- und ein Besprechungsraum sowie sanitäre Anlagen, oben wie unten behindertengerecht. Knapp zwei Millionen Euro hat das Gebäude gekostet. 

Mit insgesamt 375 000 Euro hat die Deutsche Fernsehlotterie das Projekt gefördert. Der Rest wurde aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde, der Diakonie Hessen und der Landeskirche Kurhessen-Waldeck finanziert.

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