1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Herr Müller muss weg - Premiere im Schäferhof Oberhone

Erstellt:

Kommentare

Präsentieren Fehler im Erziehungskonzept: die Eltern der Klasse 4.
Präsentieren Fehler im Erziehungskonzept: die Eltern der Klasse 4. © Lorenz Schöggl

Mit der wortgewaltigen Komödie „Herr Müller muss weg“, bei der an Helikoptereltern kein gutes Haar gelassen wird, begeisterte das Ensemble des Schäferhofes Oberhone sein Publikum.

Oberhone – Vom Mittwoch, 25. Mai, bis Samstag, 4. Juni, präsentiert der Schäferhof eine wortgewaltige Komödie, die sich unzähliger Stereotypen bedient, um das Publikum mit Charme und Witz zum Lachen zu zwingen – und an den ein oder anderen Elternabend zu erinnern.

Gemäß der Fernsehvorlage „Frau Müller muss weg“ ist die Situation klar: Insgesamt gibt es immer etwas lebendigere Schüler „und in dieser Klasse 4 auch mehrere davon“, fasst Herr Müller (Heiko Alsleben) zusammen. Für die fürsorglichen Eltern ist das ein unzumutbarer Zustand, zumal Ende der vierten Klasse die wichtigsten Entscheidungen für das gesamte Leben gefällt werden!

Da bei dieser Helikopter-Fürsorge eine Vier schnell zum Weltuntergang wird, organisiert ein Teil der Elternschaft (Sven Kasper-Lange, Birte Paasch, Rosie Schmerbach, Susann und Matthias Schäfer) kurzerhand einen außerordentlichen Elternabend, um Herrn Müller zum Weggehen zu bewegen.

Zunächst objektiv ist sein Standpunkt klar: „Wir können besprechen, wie Sie Ihre Kinder fördern können, aber alles Weitere ist Sache des Schulamtes.“

Doch auch er kann seine Emotionen nicht verbergen, denn es beschweren sich nur „die Eltern der Kinder, die das Chaos verursachen“, und deckt ein Problem im Elternhaus nach dem anderen auf. Aus Sicht der Eltern wird andersrum ein Schuh daraus: Mit „Unser Kind ist hochbegabt und nur unterfordert!“ und „Aber meine liebe Janine…“ wird ein Ensemble an Stereotypen aufgerollt.

Emotionen waren dabei das Stichwort des Abends: Schnell werden die Eltern hitzig und präsentieren sich gegenseitig Fehler im Erziehungskonzept – Handynutzung, TikTok, Hausaufgaben, Leistungsdruck und auch Ehedramen fehlen nicht.

Als Herr Müller letztendlich die Szene verlässt, befördern die Eltern die Notenliste zum Vorschein: Nachdem gute Noten und Lernerfolge deutlich werden, ändert sich das Ziel der anwesenden Eltern in Windeseile. Gekonnt zeigen die Darsteller in einem maßgeschneiderten Dreiklang aus Mimik, Gestik und Proxemik, dass die Probleme woanders liegen: Prinzipien, persönliche Kränkungen und Neid kommen zutage, bevor eine unerwartete Pointe folgt.

„Einfach gut gemacht und sehr kreativ“, resümiert Heidi Gruber. Auch Lucie Görke ist sich sicher: „Sehr unterhaltsam. Man erinnert sich an einige private Situationen!“. (Lorenz Schöggl)

Auch interessant

Kommentare