Wider den toten Winkel

Hessen Mobil rüstet Straßenmeistereien mit Abbiegeassistenten aus

Kann Leben retten: Hessen-Mobil-Mitarbeiter Klaus Schröder kann den toten Winkel seines Fahrzeuges jetzt per Video einsehen. Damit sinkt die Gefahr, Fußgänger oder Radfahrer zu übersehen.
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Kann Leben retten: Hessen-Mobil-Mitarbeiter Klaus Schröder kann den toten Winkel seines Fahrzeuges jetzt per Video einsehen. Damit sinkt die Gefahr, Fußgänger oder Radfahrer zu übersehen.

Hessen Mobil rüstet in diesem und im kommenden Jahr alle Lkw und Unimog im Betriebsdienst mit einem Abbiegeassistent-System nach. Dabei handelt es sich um insgesamt 264 Fahrzeuge. Damit nimmt Hessen Mobil deutschlandweit eine Vorreiterrolle unter den Bundesländern ein.

Werra-Meißner - In der Region Osthessen, zu der die Landkreise Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg und Fulda zählen, ist die Umrüstung schon erfolgt. Die Fahrzeuge der Straßenmeistereien Meißner, Ringgau und Witzenhausen wurden bereits mit dem neuen System ausgestattet. Straßenmeister Sascha Salzmann erklärt: „Hinter dem Steuer in einem unserer großen Fahrzeuge kann die Sicht schon etwas eingeschränkt sein. Jeder Autofahrer kennt den toten Winkel, der ist kaum zu vermeiden.“ Radfahrer, Fußgänger und vor allem Kinder könnten leicht übersehen werden – mit gravierenden Folgen für Leben und Gesundheit.

Und hier kommt das neue Abbiegeassistent-System ins Spiel. „Unser kamerabasiertes Software-System überwacht den rechten toten Winkel des Fahrzeugs und warnt optisch und akustisch, wenn eine Gefahrenquelle in diesem Bereich auftaucht“, so Salzmann. Es sei klar: Der Abbiegeassistent rettet Leben. Und deshalb sei man froh, dass die Umrüstung der Fahrzeuge so schnell geklappt habe.

In den Straßenmeistereien im Werra-Meißner-Kreis, die rund 750 Kilometer an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen betreuen, sind jeweils fünf Fahrzeuge mit dem Abbiegeassistenten ausgestattet worden, insgesamt verfügt jeder der drei Betriebsdienste über weitere zehn Fahrzeuge, die zur Verkehrssicherheit und für die Pflege der Straßen im Einsatz sind.

Die besondere Herausforderung bestand laut Hessen Mobil darin, dass die Fahrzeuge im Betriebsdienst in der Regel mit wechselnden An- und Aufbauten für den Straßen- und Winterdienst bestückt sind. Das Abbiegeassistentsystem muss also auf diese speziellen Randbedingungen der Spezialfahrzeuge abgestimmt sein. Hier hat Hessen Mobil in einem Pilotversuch mit dem TÜV Hessen im letzten Jahr drei Systeme – zwei videobasierte und ein sensorbasiertes – umfangreich getestet.

Die Erkenntnisse aus dem Versuch sind dann in die Ausschreibung für ein Nachrüstsystem eingeflossen. Unimogs mit Wechsellenkung müssen beispielsweise mit zwei Systemen ausgestattet werden, sodass auch in Zusammenarbeit mit dem hessischen Verkehrsministerium 351 Systeme in den Fahrzeugen von Hessen Mobil verbaut werden können.

Hessen-Mobil-Präsident Heiko Durth sagte jüngst dazu: „Das Verkehrsgeschehen wird immer anspruchsvoller für alle Verkehrsteilnehmer. Die Nachrüstung des Abbiegeassistenten in unseren Fahrzeugen ist daher auch ein Meilenstein für unsere Mitarbeiter im Straßenbetriebsdienst, denen wir jetzt ein bessere Gefühl bei ihrer Arbeit geben können“, sagt er. „Wir gehen bei Hessen Mobil mit gutem Beispiel voran und statten unsere Fahrzeuge nach und nach mit dieser Sicherheitstechnik aus.“ Auch bei Neuanschaffungen sollen die Fahrzeuge künftig schon bei Auslieferung mit dem Abbiegeassistent-System nachgerüstet werden.

Hessen Mobil ist zudem neuer Sicherheitspartner der „Aktion Abbiegeassistent“ des Bundesministeriums für Verkehr. Die Partner wie Unternehmen, Behörden, Verbände und Organisationen verpflichten sich, noch vor dem verbindlichen Einführungsdatum auf EU-Ebene 2024, den Fuhrpark mit Abbiegeassistenten nach- beziehungsweise auszurüsten.  (red)

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