Hessich Lichtenau: Mitarbeiter der Ambulanten Dienste protestieren für mehr Lohn

Die Beschäftigten der Ambulanten Dienste Nordhessen bei ihrer Verdi-Kundgebung an der Orthopädischen Klinik.
+
Protest: Die Beschäftigten der Ambulanten Dienste Nordhessen bei ihrer Verdi-Kundgebung an der Orthopädischen Klinik.

Mehr als nur den Pflegemindestlohn und das Ende der Leiharbeiterbedingungen für die Mitarbeiter der Ambulanten Dienste Nordhessen in Kassel (ADN) forderten etwa zwei Dutzend Mitglieder der Gewerkschaft Verdi am Mittwochnachmittag bei einer Kundgebung an der Tram-Haltestelle der Orthopädischen Klinik.

Hessisch Lichtenau – „Herr Adler, hören sie mich“, rief Uwe Butte, Mitarbeiter der Verdi-Tarifkommission und Sprecher der Gruppe ins Mikrofon der Lautsprecheranlage auf dem Parkplatz unterhalb des Klinikgeländes. Die fünf Worte, die eigentlich nur als Soundcheck gedacht waren, machten jedoch schnell klar, dass sich die Forderungen der Gewerkschaftler an Matthias Adler, Geschäftsführer von Lichtenau e.V., dem Mutterkonzern der ADN, richten werden.

„Wenn wir Glück haben, ist in der Verwaltung ein Fenster auf und die können uns jetzt auch hören“, sagte Butte bei freiem Blick auf den etwa 140 Meter entfernten Trakt, in dem Adler sein Büro hat, in der Hoffnung, dass die Kundgebung verfolgt würde. Ursprünglich wollten sich die Gewerkschaftler näher am Gebäude versammeln, doch der Antrag wurde von der Klinikleitung abgelehnt, sodass auf den öffentlichen Raum an der Haltestelle ausgewichen werden musste. „Die meisten von denen, die hier stehen, bekommen zur Zeit den Pflegemindestlohn von 12 Euro die Stunde, nur wenige, die schon vor 2008 dabei waren, bekommen immerhin etwas mehr als 14 Euro. In diese Richtung wollen wir uns mindestens hinbewegen, am besten noch mehr“, forderte Butte einen höheren Verdienst. Die Vorschläge aus der Versammlung reichten sogar bis 20 Euro.

„Bisher sind wir von der Geschäftsführung monatelang nur hingehalten worden. Die Tarifverhandlungen am 17. Januar müssen daher eine verbindliche Perspektive für die über 300 Beschäftigten beinhalten. Der 8. Dezember ist der letzte Sitzungstag des Verwaltungsrats und Kuratoriums des diakonischen Mutterkonzerns Lichtenau e.V. vor den Tarifverhandlungen“, schrieb der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär in einer Pressemitteilung.

Von den über 300 Mitarbeitern der ADN sind etwa 60 in Hessisch Lichtenau beschäftigt, die sich auf die Bereiche Häusliche Krankenpflege, Tagespflege „Alte Post“ sowie auf die persönliche und die Schulassistenz verteilen.

Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt und der Polizeistation sorgten für die Sicherheit während der Veranstaltung und für die Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln. (Lothar Röß)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.