Hessisch Lichtenau: Mehler baut Halle

Hersteller für technische Fäden investiert sieben Millionen Euro in Hessisch Lichtenau

Bauen eine neue Produktionshalle: Mehler-Geschäftsführer Christian Meunier (von links), Karsten Bommhardt, Geschäftsführer der Baufirma Werner Bommhardt, und Mehler-Geschäftsführer Thomas Stark.
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Bauen eine neue Produktionshalle: Mehler-Geschäftsführer Christian Meunier (von links), Karsten Bommhardt, Geschäftsführer der Baufirma Werner Bommhardt, und Mehler-Geschäftsführer Thomas Stark.

Eine ähnliche Summe hat Mehler seit dem Standortbau in Indien 2011 nicht mehr investiert. Für sieben Millionen Euro baut die Firma eine Halle mit Maschinen in Hessisch Lichtenau.

Hessisch Lichtenau – Dort sollen technische Fäden, zum Beispiel für Zahnriemen, Luftfedern und Kupplungsscheiben hergestellt werden – leichter als die bisher gefertigten Produkte.

80 Mitarbeiter, die derzeit am Standort Hessisch Lichtenau arbeiten, sollen künftig in der neuen Halle tätig sein. Sechs Mitarbeiter für die neue Halle wurden bereits eingestellt. 20 weitere sollen folgen. Im zweiten Quartal kommenden Jahres soll ihr neuer Arbeitsplatz fertig sein, gebaut vom Bauunternehmen Werner Bommhardt aus Waldkappel. Die ersten Fertigungen sind für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant.

Obwohl es derzeit Lieferschwierigkeiten gäbe, zum Beispiel bei der Rohstoffbeschaffung, geht Mehler-Geschäftsführer Thomas Stark davon aus, dass der Plan eingehalten wird. Die Probleme seien allerdings auch ein Grund dafür, die Produktion in Deutschland zu halten. So sei es derzeit schwierig, an Container zu kommen. Die Fäden, die damit verschickt werden sollen, werden derzeit unter anderem aus Polyester hergestellt.

Künftig sei Carbon ein Thema, so Mehler-Geschäftsführer Christian Meunier. In der neuen Halle werden die Fäden in einer sogenannten hybriden Anlage produziert. „Bisher gibt es Anlagen, in denen mit oder ohne Lösemittel gearbeitet wird“, sagt Meunier. „In der neuen Halle vereinen wir beide Verfahren.“ Und Stark fügt hinzu: „Die Maschinen dafür bauen und entwickeln wir selbst.“

Die Gummierung, durch die die Fäden klebrig werden und Haftung – eines der Qualitätsmerkmale neben Höchstzugkraft und Dehnung – werden dann von Mehler übernommen. „Das fand bisher bei Kunden statt.“

Die aktuelle Fertigung: Hier stellt die Firma Mehler in Hessisch Lichtenau derzeit technische Fäden her.

Diese könnten sich die Investition für die nötige Technik nun sparen, darunter die Automobilzulieferer Continental, Freudenberg und Veritas. Die Fäden aus Hessisch Lichtenau würden unter anderem an Unternehmen in Frankreich, Italien, Polen und Spanien geliefert.

Doch nicht nur Kunden – auch der Umwelt soll die neue Halle gerecht werden. Dazu wird eine Abluftanlage samt regenerativer Nachverbrennungsanlage eingebaut. Mit Lösungsmitteln, die bei der Produktion freigesetzt werden, wird damit Energie für den Betrieb erzeugt. Der Bedarf an Gas, das mit Strom zur Energieversorgung genutzt werden soll, könne so reduziert werden.

Auch Mehlers Zulieferer profitieren von der neuen Halle, darunter die Firma The Filament Factory aus Bad Hersfeld. Sie können mit mehr Aufträgen rechnen. Eine Zahl könne noch nicht gesagt werden, so Meunier. (Von Fabian Becker)

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