Noch 27 Infizierte im Seniorenheim

Coronafälle im Haus Kammersberg in Hessisch Lichtenau

Das Seniorenwohn- und Pflegezentrum Haus Kammersberg in Hessisch Lichtenau wurde von Corona hart getroffen, hat das Schlimmste aber wohl überstanden.
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Das Seniorenwohn- und Pflegezentrum Haus Kammersberg in Hessisch Lichtenau wurde von Corona hart getroffen, hat das Schlimmste aber wohl überstanden.

Das Schlimmste hat das Seniorenwohn- und Pflegezentrum Haus Kammersberg wohl hinter sich, hofft Einrichtungsleiterin Stefanie Frese:

Denn auch in dem Lichtenauer Seniorenheim war das Covid-19-Virus ausgebrochen.

„Wie das Virus ins Haus gekommen ist, wissen wir nicht“, berichtet Frese auf Anfrage. Die ersten Fälle traten bereits am 18. November auf. Da zeigte ein Bewohner Symptome und über Schnelltests konnten noch am selben Tag zwei weitere Bewohner sowie zwei Mitarbeiter ausgemacht werden, die infiziert waren. Am Tag darauf wurden vom gesamten Wohnbereich Abstriche gemacht, mit dem Ergebnis, dass 21 Bewohner positiv getestet wurden, sagt Frese.

Am Dienstag lag die Zahl der Infizierten bei 27, wie Kreissprecher Jörg Klinge mitteilte. Der Höchststand war bei 38 Personen, die positiv getestet worden waren. Ein Mann war am Sonntag im Zusammenhang mit der Corona-Erkrankung verstorben, wie Frese mitteilt. Acht Personen befanden sich am Montag noch im Krankenhaus, von denen die Leiterin hofft, dass sie in dieser Woche wieder zurückkehren können. Insgesamt leben 74 Senioren im Haus Kammersberg. Am Mittwoch soll auch bei zehn Personen im Haus die Quarantäne aufgehoben werden, wenn die Schnelltests ein negatives Ergebnis zeigen.

Auch Mitarbeiter hatten sich infiziert. Dennoch schaffte das Team es, ohne weitere Hilfe von außen die Pflege zu leisten, so Frese. Dafür wechselten die verbliebenen Mitarbeiter von ihrem 7,5-Stunden-Dienst zu 12-Stunden-Schichten und arbeiten zwei Tage, um anschließend zwei Tage frei zu haben.

Zudem konnten zwei Mitarbeiter, die unter Quarantäne standen, mit einer Sondergenehmigung weiter arbeiten, da sie keine Symptome zeigten und alle zwei Tage mit Schnelltests getestet wurden. In den kommenden Tagen rechnet Frese mit einer weiteren Entspannung der Lage, weil Mitarbeiter aus der Quarantäne zurückkommen.

„Ich bin stolz auf das ganze Team. Was die hier wuppen, das ist eine Glanzleistung“, sagt Stefanie Frese. Die Mitarbeiter des Hauses hatten sich auf diesen Ernstfall vorbereitet. „Wir hatten 35 Wochen keinen Fall im Haus, aber es wäre naiv gewesen, zu behaupten, dass das an uns vorbeigeht.“

Auch über den Zuspruch der Angehörigen freute sich Frese: „Einige hatten sogar ihre Hilfe angeboten.“ Das stärke dem Team den Rücken, auch wenn sie dieses Angebot nicht annehmen können.

Das Senioren- und Pflegezentrum ist in Hessisch Lichtenau der einzige Hotspot, wie Kreissprecher Jörg Klinge berichtet. Alle anderen Infektionen seien Einzelfälle. In Hessisch Lichtenau wurden am Dienstag 53 Infizierte vom Kreis gemeldet.

(Evelyn Ludolph)

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