Mit schnelleren Zügen

A-44-Konkurrenz: NVV prüft Einsatz von Regiotrams im Lossetal

So sah es vor über zehn Jahren aus: 2006 fanden die Probefahrten der Regionalbahn Kassel auf der damals neuen Strecke Hessisch Lichtenau-Helsa statt. Unser Foto zeigt einen Straßenbahnzug, der eine Elektrifizierte Strecke benötigt. Die Regiotrams können auch auf jeder anderen Bahnstrecke fahren. Archivfoto: Bretzler

Hessisch Lichtenau. Zehn Jahre, nachdem die letzte Regiotram auf der Strecke zwischen Kassel und Hessisch Lichtenau gefahren ist, prüft der NVV die Rückkehr der Züge ins Lossetal.

Die Sprecherin des Nordhessischen Verkehrs-Verbund (NVV), Sabine Herms, bestätigt die Überlegungen. Hintergrund sei das Ziel von NVV und der Betreibergesellschaft Regionalbahn Kassel (KVG und Hessische Landesbahn), die 25 Kilometer lange Strecke für Fahrgäste attraktiver zu machen. Bis April werde zunächst untersucht, ob sich die vorhandene Signaltechnik für die Regiotram eignet und wie viel Geld für eventuell erforderliche Anpassungen investiert werden müsste. Erst danach könnten folgende Fragen geklärt werden:

• Welche Fahrzeuge kommen für den Einsatz im Lossetal infrage: reine strombetriebene Regiotramzüge, Hybridfahrzeuge, die mit Strom und Diesel fahren können, oder reine Dieselfahrzeuge?

• Wird es nur noch Regiotrams oder einen Mischbetrieb von Regiotramzügen und Straßenbahnen geben?

• Welche Auswirkungen hätte der Umstieg auf den Regiotram-Betrieb für das übrige (Regio-) Tramnetz? Dabei geht es auch darum, ob neue Züge angeschafft werden müssen.

„Es geht uns bei der Untersuchung um eine Beschleunigung auf der Strecke“, sagte Herms. Die bisherigen Untersuchungen hätten ergeben, dass fünf bis sieben Minuten drin seien. Zurzeit braucht die Straßenbahn von Hessisch Lichtenau bis zum Kasseler Königsplatz 48 Minuten.

Das Thema Tempo ist deshalb so wichtig, weil die Lossetalbahn bald Konkurrenz bekommt. Wenn die Autobahn 44 zwischen Hessisch Lichtenau und Kassel fertig sein wird, so die Befürchtung der ÖPNV-Experten, könnten zahlreiche Fahrgäste von der Tram auf das Auto umsteigen. Denn im Vergleich zur Bundesstraße 7 wird es auf der Autobahn deutlich schneller vorangehen. Hessen Mobil hält die Fertigstellung der A 44 bis 2030 für realistisch. 

Mehr zur Geschichte der Regiotramim Lossetal und eine Stellungnahme der KVG lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.