Autobahn-Ausbau

A44: Diese Technik soll im Tunnel Küchen für Sicherheit sorgen

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Informierten vor der Eröffnungsfeier über die Technik im Tunnel Küchen: Matthias Schanze (links) und Timo Hanstein.

Küchen. Beim Ausbau der Autobahn 44 ist auch der Tunnel Küchen entstanden. Dort ist viel Technik verbaut, die für Sicherheit sorgen soll. Wir erklären, wie sie funktioniert.

Vor der Freigabe des Autobahn-44-Abschnitts Hessisch Lichtenau-Ost und Waldkappel waren Kommunalpolitiker, Ortsbeiräte und Vertreter der Institutionen zu einer Führung in eine Röhre des Tunnels Küchen eingeladen worden. Rund 40 Interessierte ließen sich von zwei Fachleuten etliche Einzelheiten in diesem Bauwerk zeigen.

„Mit den Schallverhältnissen im Tunnel ist es nicht einfach. Das immer lauter werdende Rauschen und Fauchen wirkt wie bestellt. Dabei fährt der Wagen von Hessen Mobil nur mit etwa 20 Stundenkilometer vorsichtig an der Besuchergruppe im Tunnel Küchen vorbei. Timo Hanstein und Matthias Schanze, beide für die Planung der Tunneltechnik verantwortlich, hatten es am Freitag übernommen, die rund 40 Kommunalpolitiker, Ortsbeiräte und Vertreter der Institutionen über das rund 75 Millionen Euro teure und 1400 Meter lange Bauwerk zu informieren.

Riesenrohre an der Decke: Für die Längstlüftung in den Röhren des Autobahntunnels Küchen sorgen insgesamt 26 dieser Strahlventilatoren.

„Die Lautsprecher springen verzögert an“, erklärt Schanze. Entgegen der Fahrtrichtung sind sie auf die Frontscheiben der Fahrzeuge gerichtet. Im Brand- oder Gefahrenfall werden die Warnhinweise darüber gegeben. Im Abstand von 50 Metern sind sie an der Tunneldecke angebracht. „Das dünne Kabel ist für die Brandmeldung“. Am höchsten Punkt des Tunnels wird über die ganze Fläche darüber ständig die Temperatur gemessen. Schlagen die Sensoren an, so wird über die Hessische Tunnelleitzentrale in Eschwege Alarm ausgelöst. Von dort aus werden alle überwachten Tunnel des Bundeslandes kontrolliert, von dort aus werden dann die Rettungskräfte oder aber Wartungstrupps alarmiert, die Entrauchungsanlage gesteuert.

Die Fluchtquerschläge sind mit selbstleuchtenden Rahmen markiert.

Die zwei Betriebsgebäude, eines am westlichen, das andere am östlichen Portal, konnten aus Zeitgründen nicht besichtigt werden. Mit Plänen und Bildern erklärten Schanze und Hanstein die Einrichtungen: Im Westen werden 73 Kubikmeter Löschwasser ständig vorgehalten. Dort befindet sich auch ein 100 Kubikmeter fassendes Auffangbecken.

Im Osten ist ein vollständiger Bedienplatz. Dort werden auch die Massen von Daten verarbeitet und gespeichert. „Hier gibt es keine zwei Zentimeter, die nicht videoüberwacht sind“, erklärt Schanze, beruhigt aber gleich: „Man kann niemanden erkennen, auch kein Kennzeichen“. Zwar werden die Videoaufnahmen der insgesamt 77 Videokameras drei Tage lang gespeichert, dürfen aber keinesfalls für Zwecke der Strafverfolgung genutzt werden.

Entscheidungshilfe: Fluchtweg-Piktogramm mit Entfernungsangabe.

„Wir können es ja mal ausprobieren“, sagt Hanstein und drückt in einem der Querschläge, die die beiden Röhren verbinden, auf den „SOS-Knopf“. „Tunnelnotruf Hessen“, meldet sich schnell eine Stimme aus Eschwege. Diesmal war es nur ein Test. Im Ernstfall würde jetzt ein nicht mehr zu stoppender Automatismus ablaufen.

Die Feuerwehren haben sich intensiv mit der Technik vertraut gemacht. Während die Lichtenauer schon Erfahrung haben, ist es für Waldkappeler Kameraden eine neue Erfahrung. Nach Meinung von Schanze und Hanstein sind die Übungen gut verlaufen. „Wie lange sollen denn unserer Feuerwehren diese Zusatzaufgabe durchhalten?“, fragt kritisch einer der Kommunalpolitiker. Diese Frage aber können die beiden Fachleute nicht beantworten: „Da sind wir die falschen Ansprechpartner!“ 

Interessante Zahlen über den Tunnel auf der A44 und seinen Bau finden Sie in unserer gedruckten Montagsausgabe der Witzenhäuser Allgemeinen.

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