Kontrollen sollen Rettungswege sichern

Spaß im Schnee: Hoher Meißner bleibt offen, aber nur bis Parkplätze voll sind

Für den Ernstfall gerüstet: An vielen Straßen rund um den Meißner stehen schon Stopp-Schilder bereit. Zum Beispiel von Velmeden aus kommend an der Einmündung nach Hausen.
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Für den Ernstfall gerüstet: An vielen Straßen rund um den Meißner stehen schon Stopp-Schilder bereit. Zum Beispiel von Velmeden aus kommend an der Einmündung nach Hausen.

Der Hohe Meißner soll in den kommenden Tagen trotz des Chaos am vergangenen Wochenende nicht abgeriegelt werden. Aber es gibt verschärfte Kontrollen und eine Regulierung der Zufahrtswege.

Werra-Meißner - So lautet das Ergebnis nach den intensiven Abstimmungsgesprächen aller beteiligten Behörden, Städte und Gemeinden, sagt Kreissprecherin Sylvia Weinert. Erst wenn alle Parkplätze belegt sind, werden die Zufahrtsstraßen gesperrt, sodass die Rettungswege frei bleiben.

Gegen eine generelle Sperrung, wie etwa in Willingen, habe man sich bewusst entschieden: Der Drang in die freie Natur sei nachvollziehbar. Eine mögliche stärkere Frequentierung des Hohen Meißners durch die Sperrung anderer Wintersportgebiete sei ebenfalls diskutiert worden, erklärt Landrat Stefan Reuß auf Nachfrage unserer Zeitung: „Das haben wir alles einfließen lassen, deshalb fordern wir zur Meidung des Meißners auf. Jeder, der kommt, muss damit rechnen, dass er gar nicht hochfahren kann, weil die Straßen gesperrt werden, sobald keine Parkplätze mehr zur Verfügung stehen.“ Die Verantwortlichen appellieren an die Einsicht und Vernunft der Menschen, um ein Verkehrschaos zu verhindern.

Da aber trotzdem mit einem großen Besucheransturm am Wochenende gerechnet werde, sollen bereits ab heute Mittag die Zufahrten über den Frau-Holle-Teich gesperrt werden, meldet Weinert. Auf den Zufahrten von Vockerode und von Hausen kommend wird außerdem mit Polizeikontrollen die Zufahrt reguliert. Mit diesen Vorkehrungen solle verhindert werden, dass es erneut zu unübersichtlichen Verkehrssituationen und vor allen Dingen zum Blockieren der Rettungswege kommt, erklärt Weinert. Anwohner dürfen Sperren passieren.

An der Entscheidung waren Kreisverwaltung als Straßenverkehrsbehörde, Gefahrenabwehrzentrum, Polizei, Hessen Mobil, Geo-Naturpark Frau-Holle-Land und die Bürgermeister der Städte Hessisch Lichtenau, Großalmerode, Bad Sooden-Allendorf und der Gemeinden Berkatal und Meißner beteiligt.

Einsatzkräfte loben Konzept

Dass die Besucherströme auf den Hohen Meißner besser kontrolliert werden sollen, kommt bei den Einsatzkräften gut an. So könnten die haupt- und ehrenamtlichen Rettungskräfte bei Notfällen schneller zu den Patienten gelangen, sagt Johanna Bernhardt, Bereitschaftsleiterin beim DRK-Ortsverband Großalmerode.

Vergangenes Wochenende wurden zwölf ehrenamtliche Rettungskräfte auf den Meißner gerufen, sie versorgten zwei Verletzte. An diesem Wochenende werden sechs Helfer der DRK-Ortsvereine Großalmerode und Hessisch Lichtenau dauerhaft vor Ort sein, so Bernhardt. Weitere Helfer können im Notfall per Pieper von Zuhause hinzugerufen werden. Zwei Helfer besetzen die mobile Sanitätsstation am Naturfreundehaus (ab Freitagmittag) und zwei das Geländerettungsmobil, das Patrouillen fahren wird.

Ehrenamtliche DRK-Kräfte aus Witzenhausen betreuen einen Rettungswagen: Er dient am Samstag und Sonntag als Anlaufstation für kleinere Notfälle, soll aber auch Verletzte transportieren. So gebe es keine Zeitverzögerung bei der Patientenversorgung, falls es doch wieder zu Behinderungen auf den Zufahrten kommen sollte.

Bernhardt appelliert an die Besucher, die Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien zu beachten. Vergangene Woche seien viele größere Gruppen zu sehen gewesen, wo Personen ohne Mundschutz dicht beieinanderstanden. Auch sollte man auf den Wegen bleiben: Verletzte im Unterholz oder am Steilhang am großen Skilift seien schwer zu erreichen.

Strenger wird es auf den Parkplätzen zugehen, so Sylvia Weinert, Kreissprecherin. Auf dem Meißner-Plateau werde zusätzliches Personal des Geo-Naturparks den Verkehr regulieren. Ebenfalls koordiniert werden die Zufahrten zum Naturfreundehaus und zum Berggasthof.

Naturpark rät zu Schneespaziergängen auf Premiumwegen abseits des Meißners

Sich alternative Ausflugsziele suchen, rät indes Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer vom Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. Wer einen Ausflug in den Schnee machen will, müsse außerdem nicht unbedingt zum Hohen Meißner fahren. Auch unter den Premiumwanderwegen gäbe es schneereiche Routen. Die Skilifte am Meißner sind nicht in Betrieb.

Einschränkungen und Kontrollen auch in der Region

Vom Besucherandrang betroffen ist auch der Kaufunger Wald bei Großalmerode. Da am vergangenen Wochenende die Kohlenstraße als Zugang zum Wanderparkplatz am Bilstein zugeparkt war, werden auch dort Einschränkungen erlassen, um freie Rettungswege sicherzustellen, wie Bürgermeister Finn Thomsen informiert.

So gilt auf der Kohlenstraße ab Freitag von der Bundesstraße bis zum Parkplatz absolutes Halteverbot. Der Wanderparkplatz selbst kann genutzt werden. Zudem wurden von der Stadtverwaltung Vorkehrungen getroffen, um die Zufahrt abzusperren, sobald der Parkplatz belegt ist. Auch im Raum Kassel wird es mehr Kontrollen geben, um die Rettungswege freizuhalten.

„Sobald die Parkplätze am Herkules, am Herbsthäuschen, am Essigberg und am Hohen Gras sowie die Wanderparkplätze entlang der Ehlener Straße vollständig belegt sind, werden alle Zufahrtsstraßen für den Individualverkehr gesperrt“, teilt die Stadt mit. „Am rechten Fahrbahnrand an der Zufahrtsstraße zum Herkules wird ein absolutes Halteverbot angeordnet.“ (elu/ mai/ fst)

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