Ärger um wilde Müllkippen

Sie packten an: Freiwillige sammelten in Walburg kürzlich zehn Zentner Müll ein – achtlos weggeworfen von Menschen, die sich um Umweltverschmutzung offenbar keine Gedanken machen. Foto: Lothar Franke/nh

Hessisch Lichtenau. Bereits zwölf illegale Halden sind in diesem Jahr im Stadtgebiet entdeckt worden. Die Entsorgung kostet die Bürger bis zu 12 000 Euro pro Jahr.

Das Phänomen ist bekannt: Schmeißt einer seinen Abfall in die Landschaft, kommt schnell der nächste und wirft seinen dazu. So entstehen, wie aktuell in Hessisch Lichtenau, in kürzester Zeit wilde Müllkippen erstaunlichen Ausmaßes. Besonders im Stadtteil Hirschhagen wird gern illegal entsorgt, kürzlich sogar eine komplette Badezimmer-Einrichtung bestehend aus Waschbecken, Toilette und Fliesen.

Das ärgert die Bürger, die vermehrt in Internet-Foren wie der Facebook-Gruppe „Du kommst aus der Stadt Hessisch Lichtenau, wenn du...“ auf das Problem aufmerksam machen. Dort werden Bilder gepostet, um den Müllsündern auf die Schliche zu kommen. Denn sonst muss die Allgemeinheit die Folgen tragen, beispielsweise in Form von freiwilligen Arbeitseinsätzen. Bei einer Sammelaktion in Walburg kamen so Anfang April zehn Zentner Müll zusammen.

Muss der Bauhof zur Entsorgung ausrücken, wird es schnell teuer. „Die Kosten dafür trägt jeder Bürger der Stadt Hessisch Lichtenau“, ärgert sich Erster Stadtrat Michael Flohr (Bürgerliste), der aktuell Bürgermeister Michael Heußner vertritt. „In den letzten zwei Jahren waren das rund 10 000 und 12 000 Euro!“ Weggeworfen werde fast alles. „Besonders beliebt sind alle Arten von Bauschutt, Hausmüll, Altreifen, Farbeimer sowie Sperrmüll.“ Letzteres sei besonders unverständlich, da der Sperrmüll zweimal pro Jahr auf Antrag abgeholt werde. „Die Kosten dafür sind bereits in den Müllgebühren enthalten!“

Demnächst wird es auch in der Kernstadt eine Müllsammelaktion geben. Freiwillige, die sich zum Glück immer wieder finden, beseitigen dann den Schmutz anderer und sparen der Stadt mit ihrem Einsatz jede Menge Kosten. „Der Bauhof kann dieses Problem nicht mehr alleine bewerkstelligen“, sagt Flohr. „Allein in diesem Jahr wurden der Verwaltung schon zwölf illegale Müllkippen gemeldet.“

Die Verursacher werden übrigens meist nicht gefunden. „Allerdings werden im digitalen Zeitalter durch Internet-Foren und Facebook-Gruppen solche Vorfälle eher dokumentiert und die Bürger für das Problem sensibilisiert“, sagt Flohr. Auch Bilder werden gepostet. Handelt es sich um markanten Müll, wird manchmal auch der Besitzer wiedererkannt. „Bei Hinweisen werden Polizei und Ordnungsamt tätig. Es folgt eine Ordnungswidrigkeitsanzeige, die ein Bußgeld und die Kostenerstattung für die Müllbeseitigung nach sich zieht.“

Am Ende steht immer wieder die Frage, warum überhaupt illegal entsorgt wird. Flohr dazu: „Ich kann das nicht beantworten. Es wird aber wohl Bequemlichkeit, Faulheit und Ignoranz sein!“

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