Hilfe im Kampf gegen den Schnee

Baubetriebshöfe, Landwirte und Anwohner arbeiteten im Werra-Meißner-Kreis Hand in Hand

Fahren ging, parken nicht: Die Landgrafenstraße in Hessisch Lichtenau.
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Fahren ging, parken nicht: Die Landgrafenstraße in Hessisch Lichtenau.

Solche Schneemassen hat im Werra-Meißner-Kreis seit mindestens zehn Jahren niemand gesehen. Das hat die Kommunen vor eine große Herausforderung gestellt.

Werra-Meißner – „Ein Problem war, dass Kreis- und Landesstraßen nicht sofort geräumt wurden. Hier hat unser Bauhof ausgeholfen, um zumindest eine einspurige Befahrbarkeit zu ermöglichen“, sagt Finn Thomsen, Bürgermeister von Großalmerode. Ein weiteres Problem seien die engen Straßen, dort hätten die Gehwege zugunsten des Verkehrs zugeschüttet werden müssen. Beim Räumen der Straßen seien außerdem von Anwohnern bereits freigeschaufelte Einfahrten erneut zugeschüttet worden. „Das hat zu Protest der Anwohner geführt“, sagt Thomsen. In der Verwaltung habe es über hundert Anrufe zum Winterdienst gegeben. Die meisten Bürger hätten aber erkannt, dass es keine Alternative gibt und sich daraufhin selbst darum gekümmert, ihre Einfahrt erneut freizuschaufeln. Thomsen hebt vor allem die Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe hervor, die in ganz Almerode groß gewesen sei.

Das sagt auch Neu-Eichenbergs Bürgermeister Jens Wilhelm über seine Gemeinde: „Ohne die Hilfe der Landwirte und das Engagement unserer Bürger hätten wir das Schneechaos kaum bewältigen können.“ Die Mitarbeiter des Baubetriebshofs hätten zwar nahezu rund um die Uhr gearbeitet, seien aber nur zu dritt und ihnen stand lediglich ein Trecker mit kleinem Räumschild zur Verfügung. Obwohl alle ihr Bestes geben würden, sei der Verkehr an einigen Stellen noch eingeschränkt.

Fahren ging, parken nicht: Die Landgrafenstraße in Hessisch Lichtenau.

„Wir waren gut vorbereitet“, sagt Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Michael Heußner. „Wir sind froh, dass wir erst den Bauhof von 14 auf 25 Mitarbeiter hochgefahren haben.“ In Lichtenau habe man den Schnee auf Freiflächen im Industriegebiet verlagert. Vor allem Straßen, Parkplätze und Gehwege seien geräumt worden. „Priorität hat jetzt die Wiederaufnahme des Öffentlichen Nahverkehrs“, sagt der Bürgermeister. Auch er lobte die Eigeninitiative der Bürger, vor allem auf den Dörfern. „Wir haben nach Kräften gearbeitet, doch können nur eins nach dem anderen schaffen.“

Auch in Bad Sooden-Allendorf seien die Mitarbeiter nahezu im Dauereinsatz, sagt Bürgermeister Frank Hix. Es habe auch hier viel Hilfe aus der Bevölkerung gegeben. „Ich ziehe meinen Hut vor allen, die mitgemacht haben“, betont er. Überwiegend seien die Menschen sehr geduldig gewesen, denn sie hätten schnell gemerkt, mit welchen Schwierigkeiten man zu kämpfen gehabt habe.

In Witzenhausen ist ein Amtshilfeersuchen an das THW abgelehnt worden, sagt Bürgermeister Daniel Herz. „Die Maschinen und die Manpower hätten wir gut gebrauchen können, die Entscheidung fiel aber an übergeordneter Stelle.“

Auch er ist dankbar für die Hilfe aus der Bevölkerung, denn auch in Witzenhausen sind die Straßen schmal, was die Arbeit erschwert. Ein großer Teil des Schnees wurde zum Festplatz transportiert. „Es ist leider nicht möglich auch die Nebenstraßen komplett zu befreien, hier müssen wir uns darauf fokussieren, den Schnee plan zu machen, damit die Straßen befahrbar sind.“ (Wiebke Huck)

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