Licht gegen das Vergessen

Beleuchtungs-Flashmob zum Gedenken an Holocaust-Opfer

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Lichter gegen Dunkelheit: Karl-Heinrich Schlegel (Mitte) zum Auftakt der Gedenkfeier mit einigen Teilnehmern an der Gedenkstätte neben der Hirsch hagener Straße. 

Zwei Dutzend Teilnehmer gedachten bei einer Fackelwanderung in Hirschhagen am Montag dem 75. Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee, vor allem der Opfer des Nationalsozialismus in der ehemaligen Munitionsfabrik „Friedland".

An der Gedenkstätte am Parkplatz etwa 300 Meter vor den Toren Hirschhagens begrüßte Ortsvorsteher Karl-Heinrich Schlegel die Gäste, die trotz des anhaltenden Regens gekommen waren. Gemäß dem Motto der Veranstaltung „Lichter gegen Dunkelheit“, entzündeten die Teilnehmer trotz der Nässe zu Beginn die Fackeln, die Schlegel verteilt hatte. Zeitgleich hatte die Lichtenauer Feuerwehr etwa einen Kilometer entfernt auch die Ruine des ehemaligen Denitrierungs-Gebäudes angestrahlt, so wie beim Beleuchtungs-Flashmop geplant. Dabei wurden mehr als 100 NS-Gedenkstätten zwischen 17 Uhr und 19 Uhr angestrahlt. Zunächst lenkte Schlegel den Blick auf die über zwei Meter hohe Holz-Stele mit den 206 Kieselsteinen, für jede ermordete ungarische Jüdin einen, und die Messingtafel, auf der jeder Name eingraviert ist. Schwache Zwangsarbeiterinnen hatten sich im Oktober 1944 freiwillig für den Transport in ein anderes Werk gemeldet, weil ihnen leichtere und weniger gefährlichere Arbeit versprochen wurde. Ein trügerisches Versprechen, wie sich herausstellen sollte: Ein Transport in den Tod, alle kamen in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben.

Mit seinen Lesungen aus dem Buch „Freut euch, ihr Lebenden freut euch“ von Judith Magyar Isaacson, eine der überlebenden Augenzeugen, gab Schlegel den Teilnehmern das Gefühl, im Geschehen mittendrin zu stehen.

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