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Bio-Laden Kornblume im Werra-Meißner-Kreis schließt nach 39 Jahren

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Von: Wiebke Huck

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Sagt „Auf Wiedersehen“: Heike Wilke in ihrem Bio-Laden Kornblume in Hessisch Lichtenau. Im kommenden Jahr soll der Verkauf in der Kulturkammer weitergehen.
Sagt „Auf Wiedersehen“: Heike Wilke in ihrem Bio-Laden Kornblume in Hessisch Lichtenau. Im kommenden Jahr soll der Verkauf in der Kulturkammer weitergehen. © Wiebke Huck

Inhaberin Heike Wilke hat Abschied von ihren Kunden genommen. Am 24. Dezember war ihr Bio-Laden im Werra-Meißner-Kreis ein letztes Mal geöffnet.

Hessisch Lichtenau – 38 Jahre lang kauften Kunden in Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) ihren Bio-Käse, ihre Naturkosmetik und fair gehandelte Schokolade in der Kornblume. Margot Vogt und Gudrun Bürger gründeten den Bio-Laden 1984 in Hessisch Lichtenau. Vor 19 Jahren hat ihn Heike Wilke übernommen. Jetzt schließt das Geschäft für immer seine Türen. Am vergangenen Heiligabend, gab es für die Kunden letztmalig die Möglichkeit, in der Kornblume einzukaufen. Vor allem die vielen Stammkunden werden den Bio-Laden in der Lichtenauer Innenstadt vermissen.

Heike Wilke war selbst Kundin in der Kornblume, als vor 19 Jahren ein Nachfolger gesucht wurde. „Ich hatte ohnehin darüber nachgedacht, mich beruflich zu verändern und war nicht bereit, auf meine Bio-Produkte zu verzichten“, erinnert sie sich. Also beschloss Heike Wilke, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Bio-Laden im Werra-Meißner-Kreis: Kornblume musste mehrfach umziehen

Zweimal musste sie in den vergangenen Jahren mit ihrem Geschäft umziehen, jetzt stünde ein neuer Umzug ins Haus, denn die Räume an der Landgrafenstraße haben einen Wasserschaden. Noch mal umziehen, das kommt für Heike Wilke nicht infrage. Sie liebt ihren Laden, aber der Aufwand wäre ihr einfach zu groß, sagt die 62-Jährige. Auch die damit verbundenen Kosten sind ein Hindernis, denn Reichtümer könne sie mit ihrem Geschäft nicht erwirtschaften, so Wilke. Während der Corona-Zeit sei der Zulauf groß gewesen und auch ihre Stammkunden seien zuverlässig.

Aber seit es in der Lichtenauer Innenstadt viele Leerstände gebe und immer mehr Discounter Bio-Produkte anbieten, seien die Umsätze deutlich gesunken. „Dabei ist Bio nicht gleich Bio“, so die Geschäftsinhaberin, die immer großen Wert auf Qualität und zufriedene Kunden gelegt habe. Vor allem die umfangreiche Käsetheke mit regionalen Spezialitäten ist bei ihren Kunden beliebt.

Nach Aus für Bio-Laden im Werra-Meißner-Kreis – Folgelösung in der Kulturkammer geplant

Auch wenn es Interessenten gegeben habe, konnte Heike Wilke keinen Nachfolger für ihr Geschäft finden. So entstand die Idee, die Kulturkammer, die sie ebenfalls betreibt und in der regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, auszubauen. Dort soll eine Verkaufsecke für ihre Bio-Produkte entstehen. Geöffnet ist die Kulturkammer im Malerwinkel jeden Freitag ab 16 Uhr.

Frische Produkte wird es dort nicht geben, dafür hat Heike Wilke eine Bestell-Kooperation gegründet. Einmal im Monat werden die Mitglieder die Chance bekommen, ihre über Jahre gewachsenen Kontakte zu nutzen und gemeinsam eine Großbestellung aufzugeben. Heike Wilke wird die Waren dann entgegennehmen, verpacken und ebenfalls in der Kulturkammer zum Abholen bereitstellen. (hbk)

Unterdessen gab der Bürgermeister von Hessisch Lichtenau die Einrichtung einer neuen Kindertagesstätte bekannt.

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