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Bürgermeisterwahl Hessisch Lichtenau: Brückmann, Oetzel oder Heußner?

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Von: Nicole Demmer

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Wer hat in den nächsten sechs Jahren im Rathaus von Hessisch Lichtenau das Sagen? Uwe Brückmann, Dirk Oetzel oder weiterhin Michael Heußner?
Wer hat in den nächsten sechs Jahren im Rathaus von Hessisch Lichtenau das Sagen? Uwe Brückmann, Dirk Oetzel oder weiterhin Michael Heußner? © Ludolph, Evelyn

Am 20. März wird in Hessisch Lichtenau ein neuer Bürgermeister gewählt. Ins Rennen gehen Dirk Oetzel (SPD), Uwe Brückmann (CDU) und Michael Heußner (parteilos).

Hessisch Lichtenau – Wir stellen die drei Kandidaten aus Waldkappels Nachbarstadt vor.

Uwe Brückmann tritt für die CDU an

An Erfahrung hat der 62-Jährige Einiges in die Waagschale zu werfen, nicht zuletzt ein Landtagsmandat und den Posten als Landesdirektor des Landeswohlfahrtsverbandes. Warum jetzt Bürgermeister? „Es gibt viele Menschen, die Idealismus haben“, erklärt Brückmann. Er fühle sich fit und habe hervorragende Verbindungen in die hessische Landeshauptstadt Wiebaden. Und: „Ich muss mir nichts mehr beweisen.“ Er kenne das politische Geschehen und habe bisher mit den anderen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung gut zusammengearbeitet. Ein Klimaschutzmanager soll eingestellt werden, um ein Klimaschutzkonzept zu erstellen.

Uwe Brückmann, 62 Jahre alt, ist Kandidat der CDU Hessisch Lichtenau.
Uwe Brückmann, 62 Jahre alt, ist Kandidat der CDU Hessisch Lichtenau. © Nicole Demmer

„Ich mache den Lichtenauern ein Angebot, meine Erfahrungen einzubringen.“ Wenn er Bürgermeister werden sollte, sieht Brückmann sich als „Mittler zwischen Verwaltung und Parlament“. Die Verwaltung sei gut aufgestellt, sie müsse nur richtig eingestellt und den Mitarbeitern müssten Freiheiten gelassen werden. Sie haben Kompetenzen und sollen mit der Politik reden, findet Brückmann.

Und: Er möchte die Bürger einbeziehen. Auch ein identitätsstiftendes Fest soll es geben. Der Hessentag 2006 habe gezeigt was möglich ist, „wenn alle zusammenarbeiten“. Zudem schwebt ihm ein eigenes Budget für die Ortsbeiräte vor. Dass die Aufgabe als Bürgermeister nicht einfach wird, weiß Brückmann. „Große Brocken“ stehen an, zum Beispiel die Straßenausbaubeiträge. Und: „Ich muss Kassensturz machen“.

Dirk Oetzel kandidiert für die SPD

Mehr als 35 Jahre habe er sich ehrenamtlich für seine Heimatstadt engagiert, sagt Oetzel. Beispielsweise ganz früh und intensiv bei der Feuerwehr, wo er zum Beispiel von 2006 bis 2016 als Stadtbrandinspektor agierte. „Ich weiß die Gemeinschaft in unserer Stadt zu schätzen.“

Dirk Oetzel, 51 Jahre alt, geht für die SPD Hessisch Lichtenau ins Rennen.
Dirk Oetzel, 51 Jahre alt, geht für die SPD Hessisch Lichtenau ins Rennen. © Nicole Demmer

In ganz vielen Bereichen ist noch Luft nach oben, findet der gelernte Industriekaufmann Oetzel. So sei Hessisch Lichtenau als „Wirtschaftsstandort fast in der Mitte von Deutschland ganz hervorragend“. Hier müsse die Verwaltung zur Wirtschaftsförderung kompetente Ansprechpartner für bestehende Unternehmen und Interessenten bieten. Zudem müssten bedarfsgerecht Flächen ausgewiesen werden. Ganzheitliche Stadtentwicklung, Hessisch Lichtenau als Wohnstandort zu stärken und Mobilität sind weitere Themen, zu denen Oetzel als Bürgermeister arbeiten möchte. „Das alles passt in ein Entwicklungskonzept 2030“, sagt Oetzel. Momentan gebe es für Hessisch Lichtenau keine Visionen, aber „es muss in der Politik erlaubt sein, das Denkbare zu denken und nicht nur das Machbare“. In seiner Vision sei Hessisch Lichtenau im Jahr 2030 eine „lebendige Kleinstadt im positiven Speckgürtel von Kassel, in der wir unsere Standortvorteile nutzen“. Seit 1998 betreibt Oetzel die Firma BSS Oetzel Brandschutzkompetenz.

Dass er beim Sprung von der Selbstständigkeit ins politische Hauptamt nicht mehr Freizeit bekommt, weiß er. „Deswegen war es mir wichtig, das Thema vor meiner Kandidatur mit meiner Familie abzuklären. Sie steht voll hinter mir“, sagt er.

Michael Heußner (parteilos) will Bürgermeister bleiben

Alles, was Michael Heußner vor sechs Jahren, als er zum ersten Mal zum Bürgermeister von Hessisch Lichtenau gewählt wurde, über sich selbst und seine Ziele gesagt hat, könne er auch heute noch unterschreiben. Anders ist dieses Mal, dass er nicht mehr der Kandidat der CDU ist, sondern parteilos ins Rennen geht. Zuverlässigkeit und Loyalität sind auch heute noch Schlüsselbegriffe im Leben des Diplom-Verwaltungswirts und Kriminalhauptkommissars.

Er weiß bereits, was es heißt, Bürgermeister der Lossestadt zu sein. Seit sechs Jahren bekleidet er das Amt. „Das ist nicht immer leicht“, sagt er. Aber für seine Heimatstadt will er die Herausforderung weiterhin annehmen und meistern, mit „Ehrlichkeit, Offenheit und unabhängig“.

Michael Heußner, 58 Jahre alt, tritt ohne die Unterstützung einer Partei an.
Michael Heußner, 58 Jahre alt, tritt ohne die Unterstützung einer Partei an. © Wiebke Huck

Michael Heußner hat schon früh damit angefangen, sich mit dem Thema Politik zu beschäftigen. Vor fast 40 Jahren trat er in die örtliche CDU ein. „Ich wollte damals schon etwas bewegen.“ Denn eins weiß Michael Heußner: „Nur reden bringt nichts, wenn man was verändern möchte, muss man anpacken.“

Wichtige Themen sind Stadt- und Dorfentwicklung, Klimaschutz, die Jugendarbeit und ein verlässliches Kinderbetreuungsangebot, damit es auch weiterhin junge Familien nach Hessisch Lichtenau zieht und in der Lossestadt hält. Außerdem arbeitet er daran, den Ausbau des Glasfasernetzes in Hessisch Lichtenau und auf den Dörfern voranzutreiben. Auch die Feuerwehren will er weiterhin unterstützen, wo es nur geht. Seine Freizeit widmet Heußner seit mehr als 40 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Hessisch Lichtenau. Von 2011 bis 2016 war er stellvertretender Stadtbrandinspektor und ist ausgebildeter Atemschutzgeräteträger. Auch in der Opferhilfe Weißer Ring engagiert er sich. (Nicole Demmer und Wiebke Huck)

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