Cannabis-Plantage: Strafe für Helferdienste

Mieter der Halle in Hessisch Lichtenau und andere Mittäter weiter unbekannt

Vor dem Landgericht Kassel wurde der Cannabis-Prozess verhandelt.
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Vor dem Landgericht Kassel wurde der Cannabis-Prozess verhandelt.

Im Februar 2021 wurde die Plantage entdeckt. Jetzt wurden die Urteile gesprochen.

Hessisch Lichtenau/Kassel – Weil sie beim großflächigen Anbau von Cannabis-Pflanzen in einer angemieteten Halle in Hessisch Lichtenau zumindest Helferdienste geleistet hatten, verurteilte die 5. Strafkammer des Kasseler Landgerichts zwei 26 und 33 Jahre alte Männer zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs beziehungsweise acht Monaten auf Bewährung.

Die Haftbefehle vom Februar 2021 wurden mit dem Urteil aufgehoben. Die Männer mussten nach mehr als elf Monaten Untersuchungshaft nicht wieder ins Gefängnis.

Es war im Herbst 2020 gewesen, als der Halleneigentümer aus Hessisch Lichtenau über eine Kleinanzeige einen Mieter für das Gebäude an der Leipziger Straße gefunden hatte. Er erhielt die Miete in bar für ein Jahr im Voraus. Vor knapp einem Jahr war er es dann, der Verdacht schöpfte, dass mit den Vorgängen in der Halle etwas nicht stimmte. Er informierte die Polizei, die am 2. Februar 2021 die zwei Männer festnahm (wir berichteten).

In der Halle fanden die Beamten eine Indoor-Cannabisplantage mit voller technischer Ausrüstung, 22 Kilo schon verpacktes Marihuana sowie 1560 Stecklinge, die noch eingepflanzt werden sollten. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, einer versuchte mit dem Auto zu fliehen und gefährdete dabei andere Verkehrsteilnehmer. Einem dritten Mann gelang offenbar die Flucht.

Es sei trotz intensiver Ermittlungen nicht gelungen, den Angeklagten den bandenmäßigen aktiven Anbau und Handel mit Drogen nachzuweisen, erläuterte Staatsanwältin Naumann die von ihr angestrebte Bewährungsstrafe. Wer die Hintermänner seien, etwa besagter Käufer namens Ivan Petrow, wisse man nicht. Belegbar sei lediglich das, was die Männer auch zugegeben hätten: Dass sie nur für Helferdienste angestellt worden seien, etwa den Kauf von Ausrüstung und Dünger. Für diese Beihilfe sei eine Haftstrafe auf Bewährung angemessen. Wegen des Verfolgungsrennens mit der Polizei muss der 26-Jährige zusätzlich eine Geldstrafe zahlen.

Die 5. Strafkammer mit Vorsitzendem Richter Dr. Aldea entsprach mit ihrem Urteil dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Er hoffe, dass die lange Zeit in Untersuchungshaft die zwei Angeklagten zum Nachdenken über ihr Verhalten gebracht habe, so der Richter. Das Urteil ist rechtkräftig, da beide Anwälte keine Rechtsmittel einlegen werden. (Von Ulrike Lange-Michael)

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