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Comedian Frieda Braun erzählt aus dem Leben

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Von: Diana Haeseler

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Heike Williges (links) vom Kulturförderverein wehrt die Edgar-Wallace-Grimasse von Frieda Braun ab.
Heike Wilke (links) vom Kulturförderverein wehrt die Edgar-Wallace-Grimasse von Frieda Braun ab. © Diana Haeseler

Schallendes Gelächter tönt am Mittwochabend durch das Bürgerhaus in Hessisch Lichtenau. Auf der Bühne steht eine kleine Frau im gelben 80er Jahre-Kostüm, Brille und einer etwas eigenwilligen Frisur. Mehr braucht Karin Berkenkopf alias Frieda Braun nicht. Keine Kulisse, keine Kostümwechsel, keine Puppen oder sonstige Hilfsmittel. Allein mit ihrer bildhaften Erzählkunst, Mimik und wenigen Gesten schafft es die Künstlerin, ihre Zuschauer vor Lachen zum Kreischen zu bringen.

Hessisch Lichtenau – Frieda steht mitten im Leben und erzählt alltägliche Geschichten, die sie mit ihrem Mann, ihren Freundinnen und deren Männern erlebt. So kommt es vor, erzählt sie, dass einem im Alter die Sünden ausgehen, die man beim Pfarrer zu beichten hat. Woraufhin Frieda und ihre Freundinnen täglich einen Apfel klauen, um dafür bei der Beichte zu büßen. Ihre Freundin Lisbeth übrigens ist laut Frieda Braun während der Pandemie den vier Phasen des Niedergangs beim Verzehr einer ganzen Partybox Haribo erlegen und der Zuschauer erfährt die Funktion eines „Reinigungslakritzes“.

Auch mit Krimis kennt sich Frieda aus, parodiert den Plot eines typischen Edgar-Wallace-Films und bringt mit einem einzigen Satz „Geh’ nicht ans Moor“, den Zuschauer zum Gruseln. Was sie direkt auf einen Urlaub mit ihrer sogenannten „Splittergruppe“ in Norwegen bringt, aus dem sie anschaulich den Kampf zwischen Frisur und Ostwind beschreibt. Lebendig wird bei Frieda Braun auch der Herpes von Freundin Mia, der aus der Bauchhöhle heraus immer mit spanischem Akzent zu Mia spricht, wenn sie sich ekelt.

Zum Beispiel davor, wenn Wilbrecht, dem rangältesten Junggesellen der Splittergruppe, ein Tropfen aus der Nase droht in die Suppe zu fallen.

Als Mias Mann Wichbert sein Nokia ins Klo fällt, erinnert sich Frieda an ihre Lieblingsserie „Flipper“ und erneut parodiert sie gekonnt den etwas einfallslosen kindgerechten Handlungsstrang. In ihrer Version lebt „Familie Flipper“ in Heli und Flipper verfolgt dank Ranger Porter Ricks und seinen Söhnen Sandy und Bud die Schmuggler nach Kassel, während die Polizei fälschlicherweise in Eschwege sucht.

Allerdings richtet sich Frieda Brauns Humor eher an frühere Generationen, die vor den 1960er Jahren geboren sind. Ihre Geschichten handeln von Reinigungsmitteln wie Pronto und Hoffmann’s Sprühstärke, alten Serien und beschreiben oft die Mentalität von Hausfrauen und Ehepaaren wie sie in den siebziger und achtziger Jahren gelebt haben.

Jüngeren Zuschauern fällt es eher schwer, Situationen nachzuvollziehen, die sich um gestärkte Bettwäsche und die sonntägliche Beichte beim Pfarrer drehen.

Doch Friedas Fans wissen worauf sie sich einlassen und so waren die 360 Plätze an diesem Abend voll besetzt und das herzhafte Gelächter bewies, dass Frieda bei „ihrem“ Publikum voll ins Schwarze trifft.

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