Dank für Unterstützung

Mitglieder des Zirkus Happy leben wegen Corona von Spenden

Sie hoffen, bald wieder auftreten zu können: Hartmut Sperlich (von links), Brandon und Michelle Heine vom Zirkus Happy.
+
Sie hoffen, bald wieder auftreten zu können: Hartmut Sperlich (von links), Brandon und Michelle Heine vom Zirkus Happy.

Der Zirkus Happy ist wegen Corona in Hessisch Lichtenau gestrandet und lebt von Spenden.

Hoheneiche/Hessisch Lichtenau – Seitdem die Pandemie in Deutschland angekommen ist, ist das Leben für Familie Heine und Sperlich zwangsweise sehr ruhig geworden. Eigentlich sind sie mit ihrem Zirkus Happy deutschlandweit unterwegs. Seit März des vergangenen Jahres sind sie nun in Hoheneiche gestrandet und haben keine Arbeit mehr. Bei Bekannten auf dem Grundstück konnten sie mit ihren Wohnwagen unterkommen.

„Wir machen viele Zirkusprojekte für Kinder in Schulen, treten aber auch bei Kindergeburtstagen auf und im Seniorenheim“, berichtet Michelle Heine. Der Zirkus ist ein Familienbetrieb, der bereits in der achten Generation betrieben wird. Elf Personen leben davon. Durch die Corona-Pandemie fehlen aber die Auftritte und damit auch die Einnahmen. „Im Sommer hatten wir einige kleine Auftritte in Kirchen. Diese Zeit ging etwas besser“, sagt Heine. Aber mit dem Lockdown seit November waren alle Termine wieder gestrichen.

Seitdem müssen sich die Zirkusmitglieder mit Spenden und dem Verkauf von LED-Luftballons über Wasser halten. Besondere Unterstützung hatten sie dabei in Hessisch Lichtenau erfahren. „Die Leute wussten schon, dass wir kommen und haben auf uns gewartet. Jemand hatte uns wohl auf Facebook angekündigt“, sagt Brandon Heine. Die Menschen wären sehr offen gewesen für die Notlage der Zirkusmitglieder und hätten ihnen zugehört.

Keine Selbstverständlichkeit, wie sie berichten: „Es kommt immer wieder mal vor, dass wir vom Hof geschmissen werden, besonders den Männern passiert das“, sagt Michelle Heine. Deswegen wissen sie die Freundlichkeit der Lichtenauer besonders zu schätzen. Auch in Bad Sooden-Allendorf haben sie viel Unterstützung erfahren. Mit den Spenden können sie die laufenden Kosten decken und ihre Tiere versorgen. Neben Hunden und Katzen haben sie auch Kaninchen.

Unter der Pandemie leiden nicht nur die Finanzen des Zirkus", sondern auch die Stimmung in der Familie. „Uns fällt die Decke auf den Kopf“, sagt Michelle Heine, die von klein auf gewohnt ist, in der Manege zu stehen. Auch die sportliche Kondition leide. Im Moment haben sie keine Möglichkeit, das Zirkuszelt aufzubauen, da das auf Asphalt nicht möglich ist. So können zum Beispiel kleine Übungen mit dem Hulahoop-Reifen gemacht werden, aber Luftakrobatik falle nun komplett weg.

Die aktuelle Lage sei schwierig, da es für Zirkusse nicht wirklich eine Perspektive gebe. „Wir hoffen auf kleine Auftritte im Sommer“, sagt Michelle Heine. Auch mit Schulen können Termine nur vage ausgemacht werden, da ja unsicher sei, ob diese stattfinden können. Für Auftritte bei Kindergeburtstagen und in Senioreneinrichtungen könne man die Zirkus-Mitglieder buchen.  

Kontakt: Zirkus Happy, Tel. 01 52/02 63 72 58 (elu)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.