Das besondere Bild

Fotografen-Gruppe ist unterwegs an vergessenen Orten im Werra-Meißner-Kreis

Kohlehochbunkeranlage: Die Gruppe beim Besuch des Kohlehochbunkers bei Friedrichsbrück auf der Lorenstrecke unter den Kohleaustrittsöffnungen.
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Kohlehochbunkeranlage: Die Gruppe beim Besuch des Kohlehochbunkers bei Friedrichsbrück auf der Lorenstrecke unter den Kohleaustrittsöffnungen.

Auf der suche nach dem besonderen Bild war eine Fotografen-Gruppe in Fürstenhagen und Friedrichsbrück unterwegs.

Fürstenhagen/Friedrichsbrück – Den Besuch vergessener oder verlassener Orte – sogenannte „Lost Places“ – haben sich die Panzerknacker Cassel auf ihre Fahnen geschrieben. „Wir suchen interessante Plätze in der Region an öffentlich zugänglichen Orten oder auf Privatgrund mit Erlaubnis der Eigentümer, um dort eine interessante Geschichte zu erfahren und besondere Fotografien zu generieren“, sagt Organisator Tobias Almeroth.

Am Samstag waren die Hobbyfotografen im Werra-Meißner-Kreis unterwegs und haben unter anderem den Kohlehochbunker bei Friedrichsbrück und das Lenoir-Mausoleum bei Fürstenhagen besucht. „Wir befinden uns hier nicht in Fürstenhagen, sondern in einer Exklave von Kassel“, berichtet Mausoleums-Pfleger Klaus-Dieter Welker aus Fürstenhagen. Er betreut ehrenamtlich die Gedenkstätte der Lenoir-Familie und erzählte den interessierten Fotoenthusiasten, warum mitten in Fürstenhagen ein Mausoleum der Familie Lenoir entstand. George Andre Lenoir, dessen Vater als Hugenotte nach Kassel kam, bot Ende des 19. Jahrhunderts der Stadt Kassel an, sein Vermögen für die Waisenkinder seiner Heimatstadt einzusetzen. Die Kinder des angrenzenden Waisenhauses sollten darüber hinaus in Notlagen lebenslang von seiner Lenoir-Stiftung profitieren. Als das etwa 7,5 Hektar große Gelände der Stadt Kassel nach Nutzungsende der Gebäude im Laufe der Jahre zunehmend verfiel, schaffte es Welker Ende der 1980er Jahre mithilfe des Denkmalschutzes, das Mausoleum als Kulturstätte zu erhalten.

Als zweiten interessanten Fotopunkt starteten die Hobbyfotografen zum Kohlehochbunker zwischen Helsa und Friedrichsbrück. Hier wurde im zweiten Weltkrieg mit einer Seilbahn aus dem Tagebau bei Rommerode Kohle bis in den Bunker transportiert und anschließend mit Loren ins benachbarte kleine Kohlekraftwerk befördert.

Gut getarnt mitten im Wald wurde seinerzeit der Strom für die Sprengstofffabrik Hirschhagen erzeugt. Teile des Kraftwerkes, ein unterirdisch angelegtes Transformatorenhäuschen sowie der Kohlehochbunker mit Teilen der Seilbahnendstation sind noch vorhanden.

Um besondere Fotoaufnahmen zu bekommen, wurde immer wieder nach dem besten Blickwinkel gesucht, wo Natur und Kultur sich langsam wieder zusammenfügen. „Immer nur Wiesen, Felder und Schmetterlinge zu fotografieren, ist mit der Zeit langweilig, deshalb ist der Fotowalk immer eine schöne Abwechslung“, sagt die Teilnehmerin Alexandra Stock. Anschließend zog es die Gruppe noch zum Gasthaus Schwalbenthal am Meißner und in die Diskothek Lido nach Reichensachsen. (znb)

Alexandra Stock fotografiert einen gemauerten eingefallenen Schacht eines unterirdischen Transformatorenhäuschens.

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