Das alte Sitzmöbel ist zurück

„Liebesbank“ steht wieder zwischen Velmeden und Laudenbach

Neues Sitzmöbel und alte „Vorgängerin“: Diesen Rastplatz hat die „Offene Gruppe Velmeden“ am Radweg zwischen Velmeden und Laudenbach angelegt.
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Neues Sitzmöbel und alte „Vorgängerin“: Diesen Rastplatz hat die „Offene Gruppe Velmeden“ am Radweg zwischen Velmeden und Laudenbach angelegt.

Zum Rasten wird der Platz am neuen Radweg zwischen Velmeden und Laudenbach gut angenommen. Sowohl auswärtige Radtouristen als auch einheimische Spaziergänger lassen sich auf der neuen Sitzbank nieder.

Velmeden/Laudenbach – Das haben nicht nur die engagierten Velmeder von der „Offenen Gruppe“, die den Rastplatz im Spätsommer 2018 anlegten, mittlerweile festgestellt.

Ob der Platz noch weitere Menschen anzieht und andere Nutzung erfährt, ist, da dies wenn dann eher in der Dunkelheit geschieht, nicht bekannt.

Zumindest schließt Dr. Friedhelm Koch, einer der Mitstreiter der „Offenen Gruppe“, es nicht aus. Hinter seiner Überschrift über einen Artikel über den Rastplatz hat er nämlich ein Fragezeichen gesetzt: „Wiederauferstehung der historischenLiebesbank’?“, so schrieb er.

Was aber verbirgt sich hinter der „Liebesbank“? Als die „Offene Gruppe“ an dem neuen Radwegstück, der den Hessisch Lichtenauer Stadtteil Velmeden und den zwei Kilometer entfernten Großalmeröder Stadtteil Laudenbach seit Herbst 2018 verbindet, den Rastplatz anlegte, stellte sie dazu nicht nur eine Sitzbank mit modernen Gabionen-Seitenteilen auf.

Zudem wurde eine kleine Steinbank danebengestellt, die wie die kleine, aber viel ältere Schwester der neuen Sitzgelegenheit anmutet. Dazwischen, etwas nach hinten versetzt, wurde noch ein größerer Feldstein gesetzt.

Die Erinnerungstafel darauf, die erst im Frühjahr 2020 angebracht wurde, gewährt gewisse Aufklärung. Die alte Steinbank, so heißt es da, stand über 190 Jahre an der Landesstraße zwischen Laudenbach und Velmeden rechtsseitig im Bereich der Laudenbacher Höhe, die die Flurbezeichnung „Hinter dem Stein“ trägt.

Nach Angaben in der Dokumentation von Karlfritz Saalfeld über „Kleindenkmäler im Werra-Meißner-Kreis“ wurde die Steinbank, bestehend aus einer Sandsteinplatte in den Maßen und auf zwei Steinfundamenten gelagert, um 1825 aufgestellt und 1989 im Rahmen von Straßenbauarbeiten erneuert.

Ursprünglich war die Bank von einer Baumgruppe umgeben, in den vergangenen Jahren allerdings verschwand die Sandsteinbank mehr und mehr und unbeachtet im Gestrüpp, wie es Dr. Friedhelm Koch beschreibt. Nun wird ihr dank der „Offenen Gruppe“ – etwa 220 Meter vom ursprünglichen Standort entfernt – wieder mehr Beachtung zuteil.

Die Tafel informiert ferner darüber, dass die alte Steinbank an ihrem ursprünglichen Standort, entfernungsmäßig in der Mitte zwischen beiden Dörfern gelegen, ein einstmals beliebter Treffpunkt der Velmeder und Laudenbacher Jugend gewesen sei. Walter Apel, langjähriger Ortsvorsteher von Velmeden und einstiger Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Velmeden, erinnert sich nach Angaben von Friedhelm Koch noch gut daran, wie er und die Jugendlichen seines Alters in den 1950er-Jahren erste Kontakte zum jeweils anderen Geschlecht aus der Nachbarschaft knüpften. Und manch andere Dinge spielten sich dann dort wohl auch ab. Von denen aber mochte Walter Apel keine näheren Details verraten.

Die alte Bezeichnung „Liebesbank“ ist nach Aussage von Vorsitzendem Erhard Krück vom Heimat- und Kulturverein nur noch den Älteren in den beiden Dörfern ein Begriff ist. Die heutigen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen könnten, meint er, mit dem Begriff sicherlich nichts mehr anfangen.

Das dürfte sich aufgrund dieser Informationen gerade geändert haben. (Stefan Forbert)

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