Gegen das Coronavirus

Die ersten 30 sind geimpft: Zu Besuch bei Hausärztin Dr. Klaudia Ress in Hessisch Lichtenau

Wurde in der Hausarztpraxis geimpft: Altenpflegerin Jeannine Meyfarth bekam von Arzthelferin Nicole Wiemeier ihre erste Corona-Impfung.
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Wurde in der Hausarztpraxis geimpft: Altenpflegerin Jeannine Meyfarth bekam von Arzthelferin Nicole Wiemeier ihre erste Corona-Impfung.

Es war erst 5.30 Uhr am Mittwochmorgen und schon begann der Trubel in der Praxis von Dr. Klaudia Ress in Hessisch Lichtenau. 30 Patienten bekamen von ihr die lang ersehnte Corona-Impfung.

Hessisch Lichtenau - Damit der Praxisbetrieb weitgehend ungestört blieb, startete Ress vor der Sprechstunde mit den Impfungen. „Wir haben die Patienten in Gruppen einbestellt und sie in unserer Praxis verteilt“, sagte die Ärztin. Damit Zeit gespart werden konnte, wurden die Patienten bereits im Vorfeld aufgeklärt. Die Ärztin und drei Helferinnen waren insgesamt von der Terminvergabe bis zur Abrechnung mit der Logistik der Impfungen beschäftigt. „Wir haben 400 Patienten auf der Warteliste und priorisieren analog zum Impfzentrum. Wir gliedern also nach Alter und Vorerkrankungen.“

Die Corona-Impfungen sind für die Praxis administrativ sehr aufwendig, denn das Abtelefonieren der Patienten nimmt viel Zeit in Anspruch. „Wir rufen die Patienten der Prio-Gruppen 1 und 2 an und fragen, ob sie bereits geimpft sind. Dann müssen wir klären, ob jemand auch mit Vaxzevria (bisher Astrazeneca) geimpft werden möchte“, sagte Ress. Viele Patienten haben sich auch von sich aus gemeldet und bei den Arzthelferinnen nach der Impfpriorität erkundigt.

Der Corona-Impfstoff wird in den Arztpraxen angereichert. Danach ist der Biontech-Impfstoff noch zwei Stunden haltbar und muss in der Zeit verimpft werden.

Auch die Abrechnung der Corona-Impfungen sei verhältnismäßig aufwendig, sagt Ress. Außerdem muss noch am selben Tag die Anzahl der getätigten Impfungen an das Robert-Koch-Institut übermittelt werden – und der normale Praxisbetrieb läuft auch noch weiter. In dieser Woche erhielt die Praxis von Dr. Klaudia Ress 30 Impfdosen von Biontech. Die Anzahl der Impfdosen und auch der Impfstoff kann sich aber jede Woche ändern. „Wir dürfen höchstens 50 Impfdosen bestellen. Ich weiß allerdings noch nicht, wie viele wir in der nächsten Woche tatsächlich bekommen.“

Eine der 30 Impflinge war Altenpflegerin Jeannine Meyfarth. Als ihre Kollegen geimpft wurden, war sie krank. „Ich hatte immer noch auf einen Termin im Impfzentrum gewartet. Daher bin ich sehr froh, heute von meiner Hausärztin geimpft zu werden“, sagt die Patientin. Um 11 Uhr hat Klaudia Ress bereits 27 Patienten geimpft. Zu drei Personen fährt sie jetzt noch zum Impfen nach Hause. Da darf zeitlich nichts dazwischen kommen, denn einmal angereichert ist der Biontech-Impfstoff nur noch zwei Stunden haltbar.

Der Vormittag war anstrengend für die Landärztin. Insgesamt ist sie aber sehr zufrieden. „Wir sind geschafft, aber es ist alles wirklich sehr gut gelaufen. Heute Morgen habe ich lauter glückliche Menschen gesehen. Viele haben so lang auf ihren Termin gewartet.“ (Anna Weyh)

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