Paar kam sich 1946 beim Tanzen näher

70 Jahre verheiratet: Martha und Franz Krück aus Hessisch Lichtenau feiern Gnadenhochzeit

Die beiden 96-jährigen Martha und Franz Krück feiern nach 70 Jahren Ehe heute Gnadenhochzeit.
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Die beiden 96-jährigen Martha und Franz Krück feiern nach 70 Jahren Ehe heute Gnadenhochzeit.

Eine Liebe, die über Jahrzehnte hält: Drei Paare aus der Region feiern heute ihre Diamantene- und Gnadenhochzeit.

Hessisch Lichtenau – Martha und Franz Krück aus Hessisch Lichtenau genießen ihr Glück im Alter von 96 Jahren. Nach 70 Jahren Ehe feiern sie heute Gnadenhochzeit. Erst vor dreieinhalb Jahren zog das Paar aus seinem Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße in das nur 600 Meter entfernte Seniorenzentrum Haus Kammersberg.

Beide befinden sich angesichts ihres Alters in guter Verfassung, sind redselige Gesprächspartner und nutzen jede Gelegenheit für einen Ausflug raus aus dem Haus an die frische Luft, den Rollator stets mit dabei.

Martha und Franz Krück sind beide 1924 am Hohen Meißner geboren – sie, eine geborene Fern, in Laudenbach, und er im etwa sechs Kilometer entfernten Hausen. Doch bis zum ersten Treffen vergingen mehr als 20 Jahre. Während Franz bei den Fieseler-Werken in Kassel eine Ausbildung zum Metallflugzeugbauer absolvierte und anschließend in der Produktion arbeitete, fand Martha ebenfalls in Kassel eine Anstellung bei einer wohlhabenden Familie.

Martha und Franz Krück aus Hessisch Lichtenau heirateten 1950 - vor 70 Jahren!

Die hatte sie 1939 auch in den Urlaub am Bodensee begleitet, als am 1. September der Krieg ausbrach und spontan die Heimreise erfolgte.

Über die Dauer des Kriegs arbeitete Martha in Bad Sooden-Allendorf in der Kinderlandverschickung, eine Einrichtung der Nazis für die Kinder von Führungskräften. Franz zog 1941 in den Krieg und war drei Jahre lang bei der Flak, dem Flugabwehr-Kommando der Luftwaffe, im Einsatz. Ein Jahr nach Kriegsende kamen sich die beiden bei einer Tanzveranstaltung in Küchen näher. „Sie sah gut aus und konnte gut tanzen“, erinnert sich der 96-Jährige noch genau, was ihn an Martha so faszinierte.

Bald trafen sich die beiden regelmäßig, vor allem, als Franz ein Motorrad besaß. 1949 verlobte sich das Paar, am 15. Juli 1950 ließen sie sich in Laudenbach standesamtlich trauen. Tags drauf erteilte ihnen Pfarrer Hans Fuhr in der Laudenbacher Kirche Gottes Segen. Sie zogen ins Elternhaus von Franz in Hausen mit ein, wo im Frühjahr 1951 Sohn Günther zur Welt kam.

Mit seinem Beruf als Maschinist an der Kohle-Seilbahn vom Meißner nach Walburg unzufrieden, nutzte Franz seine Kontakte und nahm das Angebot einer Firma an, auf der großen Baustelle einer Staumauer in der Schweiz als Kabelkran-Maschinenmeister zu arbeiten. Ab 1952 lebte die junge Familie für zehn Jahre in der kleinen schweizerischen Gemeinde Fusio, dort wurde 1959 auch Tochter Sonja geboren. Dann zog es die Krücks wieder zurück in die alte Heimat. Nach einem Jahr in Laudenbach kauften sie 1963 das Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße, das Franz ausbaute.

Als die Kinder ausgezogen waren, bot das Ehepaar die freien Zimmer den Krankengymnastik-Schülerinnen der nahen Orthopädischen Klinik als Quartier an. Mit einem Enkel ist die Familie des Paars klein geblieben. Vor acht Jahren mussten die Jubilare den Tod ihres Sohns Günther verschmerzen.

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