Eigentümer findet neuen Pächter

Ein Jahr Leerstand: Neues Leben im Berggasthof auf dem Hohen Meißner

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Wollen den Berggasthof wiederbeleben: Inhaber Dieter Schelkmann (links) und Pächter Rolf Jöst.

Die Lage macht den Berggasthof Hoher Meißner zu etwas Besonderem. Seit Oktober 2018 steht die Gaststätte jedoch leer. Doch jetzt hat Besitzer Dieter Schelkmann einen neuen Pächter für den Berggasthof begeistert.

„Ich hatte viel Mühe, jemanden zu finden, der sich hier wohlfühlt und sich zutraut, den Berggasthof aus seinem Frau-Holle-Schlaf zu erwecken“, sagt Schelkmann. Der Anwalt aus Lohfelden hat 2010 den Hof ersteigert, weil er damit dem damaligen Besitzer helfen wollte. Der letzte Pächter der Gaststätte verabschiedete sich jedoch im Oktober 2018 überraschend in den Ruhestand.

„Ich hatte drei Interessenten für eine neue Pacht“, sagt Schelkmann. Wegen Unstimmigkeiten mit dem bisherigen Pächter war unsicher, wann ein neuer Betreiber das Gebäude übernehmen konnte. „Das hat alle Interessenten vergrault. Sie wollten die Sicherheit haben, im Frühjahr anfangen zu können und nicht gegebenenfalls bis zum nächsten Winter warten müssen.“ Danach fanden sich keine neuen Interessenten, um den Gaststättenbetrieb fortzuführen.

So spielte Dieter Schelkmann bereits mit dem Gedanken, den Berggasthof Hoher Meißner zu verkaufen. „Ich war schon kurz davor einen Makler zu engagieren, als der Zufall half.“ Ein Bekannter aus Nieste war als Forscher im Amazonas unterwegs. In Manaus in Brasilien lernte er den Besitzer der Gaststätte „Frankfurt“ kennen: Rolf Jöst.

Traumhafte Lage: Der Berggasthof liegt unterhalb des rechten Sendemastes oben auf dem Hohen Meißner, oberhalb der Hausener Hute.

Der Deutsche lebt seit über 25 Jahren in Brasilien, hatte den Betrieb aufgebaut und wollte eigentlich in den Ruhestand gehen. So verpachtete er das „Frankfurt“ und kaufte sich in Deutschland ein Ferienhaus mit See. Schnell stellte er aber fest, dass so ein Leben ihm doch zu ruhig ist. Über den gemeinsamen Freund lernte Jöst dann Dieter Schelkmann und den Berggasthof auf dem Hohen Meißner kennen.

Im Sommer waren Ralf Jöst und seine Ehefrau acht Tage zu Besuch und schauten sich alles an. Sie entschieden, den Berggasthof zu übernehmen und auf dem Hohen Meißner zu leben – und das, obwohl die Brasilianerin noch nie Schnee gesehen hat. „Ich mag außergewöhnliche Sachen und so mag ich auch den Berg hier“, sagt Jöst. Die Gaststätte will er mit der Unterstützung seiner Familie am Samstag, 14. Dezember, ab 11 Uhr wieder eröffnen. Mit kleinen Speisen im bayrisch-fränkischen Stil und eigens für Jöst gebrautem Weizenbier möchte der neue Pächter die Gäste überzeugen.

Rolf Jöst arbeitete ursprünglich als Postbeamter, bevor er seinen Wehrdienst auf der Fregatte Emden absolvierte. Dort war er für das Catering zuständig. Die Post kommandierte ihn ab, sodass er drei Jahre auf der Fregatte blieb. Später arbeitete er als Schlosser und im Immobilienbereich, bevor er sich in Brasilien zunächst eine Farm kaufte und schließlich das „Frankfurt“ aufbaute.

Für die Eröffnung auf dem Meißner bereiten Jöst und Schelkmann noch zwei Dinge Sorgen. Zum einen die Baustellensituation auf dem Berg. „Aktuell kommt man nur aus Velmeden hier hoch und selbst da ist eine Absperrung, die Besucher abschreckt“, sagt Schelkmann. Dort steht nur ein kleines Ergänzungsschild, dass die Fahrt bis zum Meißnerplateau frei ist. „Angeblich soll man aber ab Dezember von Eschwege aus hier hochkommen.“

Sorge Nummer zwei: „Der frühere Pächter hat seine Homepage nicht löschen lassen und besetzt weiterhin die Adresse“, sagt Schelkmann. So war Jöst gezwungen, eine neue Adresse zu verwenden. „Wer uns googelt, kommt leider aber zuerst auf die alte Seite“, sagt Jöst.

Kontakt: Tel: 01 60/96 44 25 61.  Die neue Internetseite gibt es hier.

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