Endlich wieder Altstadtfest in Hessisch Lichtenau

So schön war’s 2005: Das letzte Altstadtfest in Hessisch Lichtenau fand vor zwölf Jahren statt. Dieses Jahr soll es dank Lichtenauer Gewerbeverein (LGV) eine Neuauflage geben. Vom 9. bis 11. Juni 2017 sollen die Post- und die Landgrafenstraße wieder für drei Tage zur Partymeile werden. Archivfoto:  nh

Hessisch Lichtenau.Bürgermeister Michael Heußner verrät im Interview, was 2017 auf Hessisch Lichtenau zukommt.

Worauf können sich die Lichtenauer 2017 freuen? 

Michael Heußner: Darauf, dass es erstmals seit zwölf Jahren wieder ein Altstadtfest geben wird. Es findet vom 9. bis 11. Juni statt und liegt finanziell bei einer Event-Agentur und organisatorisch in der Hand des Lichtenauer Gewerbevereins (LGV). Wegen der Sparauflagen des Schutzschirms kann die Stadt sich nicht beteiligen, aber wenn dem LGV das Vorhaben gelingt, finde ich und finden das sicher alle Lichtenauer toll.

Gibt es weitere kulturelle Höhepunkte? 

Heußner: Der Bürgerverein wird wieder das Schnullerbaumfest, das Weinfest und den Adventsmarkt ausrichten. Außerdem läuft das Jubiläum „200 Jahre Sagen der Brüder Grimm“. Nach dem Auftakt in Hameln liegt der Schwerpunkt 2017 im Werra-Meißner-Kreis. Zu diesem Anlass gibt es Vorträge im Holleum und am 1. Mai eine Wanderung auf dem Ars Natura. Dazu kommen Angebote der Kulturfördergemeinschaft und des Büros für Kultur und Tourismus.

Was ändert sich innerhalb der Verwaltung? 

Heußner: Für die Ausgliederung des Bürgerbüros und des Fachbereichs Kultur und Tourismus in die Räume des alten Schlecker-Markts gab es im Parlament große Zustimmung. Sie sind barrierefrei und großzügig genug, um bei sensiblen Themen Privatsphäre zu bieten. Im Rathaus wird dann Platz für ein Familienbüro frei.

Hier sollen das Hessisch Lichtenauer Bürger- und Kulturbüro bald einziehen: Die Räume des ehemaligen Schlecker-Marktes sind zentral und kosten 2000 Euro Miete warm im Monat. Fotos: Bretzler

An der Miete von 2000 Euro inklusive Nebenkosten gab es aber auch Kritik, oder? 

Heußner: Stimmt. Aber in der Miete sind die Kosten für den Umbau enthalten, da muss die Stadt nichts mehr machen. Außerdem sind die Räume zentral gelegen, meiner Meinung nach ein zwingendes Kriterium. Ein Service-Büro für Gäste und Bürger in ein ungenutztes Gemeinschaftshaus aufs Dorf zu verfrachten - wie von manchen vorgeschlagen - macht doch keinen Sinn. Und größere An- und Umbauten an städtischen Liegenschaften können wir uns einfach nicht leisten.

Was ist mit Bauprojekten, gibt es größere? 

Heußner: Ja, viele. Im kommunalen Investitionsprogramm sind enorme Projekte vorgesehen. Wir fangen wieder mit Straßenbau an, der wegen des Schutzschirms gestoppt worden war. Allein dafür sind dieses Jahr 1,13 Millionen Euro vorgesehen. Komplett ausgebaut werden der Lärchenweg in Föhren, die Kirchgasse in Fürstenhagen, die Langenbachstraße und die Borngasse in Quentel und Im Tal und die Richard-Assmann-Straße in der Kernstadt.

Werden auch neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft? 

Heußner: Ja, drei Stück sind geplant. Der Stützpunkt in der Kernstadt soll ein Löschfahrzeug 20 für 341 000 Euro erhalten, Retterode ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Tank für 94 000 Euro und Walburg ein Mannschafts-Transportfahrzeug für 25 000 Euro als Ersatz für den 26 Jahre alten VW-Bus.

Der Bauzustandsbericht hat offenbart, dass der Sanierungsstau an öffentlichen Gebäuden enorm ist. Wo wird investiert? 

Heußner: Wir werden uns zum Beispiel um Spielplätze kümmern. Dafür stand 2015 nur wenig und 2016 gar kein Geld zur Verfügung. 2017 werden wir 73 000 Euro in neue Geräte stecken, 63 000 Euro davon kommen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP).

Welche Spielplätze als erste erneuert werden, wird noch festgelegt, eventuell im Frau-Holle-Park, in Friedrichsbrück und Hausen. Außerdem wird die komplette Straßenbeleuchtung für über 900 000 Euro auf sparsame LED-Technik umgerüstet. Auch im städtischen Bürgerhaus gibt es viel zu tun.

Was für Schäden gibt es am Bürgerhaus? 

Heußner: Das 1960er-Jahre-Flachdach über dem Foyer und der Gaststätte, das nach dem Einsturz 1993 nicht erneuert wurde, ist undicht. Wasser ist in die Isolierung gelaufen und hat sie durchnässt. Wir haben das Dach geflickt, aber laut Architekt muss es komplett saniert werden. Die Kosten dafür werden zurzeit ermittelt. Außerdem müssen Fenster, Türen, Terrasse und Heizung erneuert werden.

Unter dem Schutzschirm ist auch Personal abgespeckt worden. Gute Idee? 

Heußner: Nein. Wir wollen und müssen Personal einstellen, unter anderem im Bauamt und im Fachbereich Finanzen. Bereits 2016 haben wir zwei Stellen ausgeschrieben. Problem ist aber, geeignete Bewerber zu finden. Viele erfüllen die Anforderungen nicht. Angespannt ist die Situation auch beim Bauhof, dessen Personal von 20 auf 16 Festangestellte reduziert wurde. Außerdem sind zehn Saisonkräfte und 17 Helfer auf Stundenbasis weggefallen. Dazu kommen viele defekte Maschinen. Der Bauhof kommt mit seinen Aufgaben nicht hinterher.

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