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Erika und Helmut Reuter sind seit 60 Jahren ein Paar

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Von: Lothar Röß

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Erika und Helmut Reuter aus Fürstenhagen feiern heute Diamantene Hochzeit.
Erika und Helmut Reuter aus Fürstenhagen feiern heute Diamantene Hochzeit. © Lothar Röß

Am Arbeitsplatz in Hirschhagen haben sich Erika Möller aus Friedrichsbrück und Helmut Reuter aus Fürstenhagen in jungen Jahren kennengelernt, sich verliebt und bald darauf geheiratet. Das ist 60 Jahre her, heute feiert das Paar Diamantene Hochzeit.

Fürstenhagen – Im heutigen Lichtenauer Stadtteil Friedrichsbrück aufgewachsen, absolvierte die 15-jährige Erika nach ihrem Schulabschluss eine dreijährige Ausbildung zur Industriekauffrau und wechselte anschließend zur Firma Reolit in Hirschhagen. Helmut Reuter, aufgewachsen auf dem landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb der Familie in Fürstenhagen, war zu der Zeit schon einige Jahre bei der Firma als Gabelstabler-Fahrer beschäftigt.

Erika hatte ein Auge auf den Fürstenhagener geworfen, und wenn der einen Arbeitskollegen in Friedrichsbrück besuchte, schickte sie ihre jüngere Schwester in die gegenüberliegende Gaststätte, um nachsehen zu lassen, ob er sich dort aufhielt.

Bald gab es die ersten Verabredungen und wenn die Arbeit es zuließ – Helmut hatte den Familienbetrieb bereits mit 21 Jahren übernommen – verbrachten sie ihre freie Zeit gemeinsam. Mit der Verlobung wurden erstmals die Ringe getauscht, bevor sie am 13. Juli 1962 der Lichtenauer Bürgermeister Ernst Vogt traute. Tags drauf standen die frisch Vermählten in der Friedrichsbrücker Kirche, nur etwa 100 Meter entfernt von Erikas Elternhaus, am Traualtar. Zur Feier mit mehr als 50 Gästen hatten die Eltern ein Schwein geschlachtet und im Haus eine Wand aufgebrochen, um mehr Platz zu schaffen.

Erika und Helmut Reuter bei ihrer Hochzeit vor 60 Jahren. Repro: Lothar Röß
Erika und Helmut Reuter bei ihrer Hochzeit vor 60 Jahren. Repro: Lothar Röß © Röß, Lothar

Nach der Hochzeit zog Erika in Helmuts Elternhaus in Fürstenhagen, dort wurde noch im gleichen Jahr im November Sohn Frank geboren. Als elf Jahre später Sohn Lars auf die Welt kam, wohnte die junge Familie bereits im neuen Haus, direkt nebenan. Den pflegebedürftigen Vater, der bereits Witwer war, hatten sie mit aufgenommen.

Von Schicksalsschlägen blieb das Paar auch nach dem frühen Tod von Helmuts Eltern nicht verschont. Ein Großbrand vernichtete einen Tag vor dem Jahreswechsel 2005 das elterliche Wohnhaus, ein 200 Jahre altes denkmalgeschütztes Fachwerkgebäude. Zudem verstarb 2017 im Alter von 54 Jahren Sohn Frank.

„Ich habe als Letzte das Werkstor abgeschlossen“, erinnert sich Erika Reuter noch genau an das Jahr 2001, als die Firma Reolit, in der sie 41 Jahre gearbeitet hatte, den Betrieb einstellte. Ihr Ehemann Helmut arbeitete dort 50 Jahre lang, davon engagierte er sich 20 Jahre als Betriebsratsvorsitzender für die etwa 200 Mitarbeiter. Trotz aller Arbeit machte das Paar gern Urlaub in der österreichischen Partnergemeinde Schlierbach und im Zillertal. Freude am Singen fand die heute 80-jährige auch in den Übungsstunden des gemischten Chores im Gesangverein Concordia Fürstenhagen, in dem sie bis zur Auflösung vor wenigen Jahren aktiv war.

Ihre Diamantene Hochzeit feiern die Senioren heute in der Fürstenhagener Kirche mit einem Gottesdienst, im Kreise ihrer Familie und Freunde. Dabei freuen sich die Jubilare besonders auf ihren zweieinhalbjährigen Enkelsohn Leon, der zum Kreis der Gratulanten zählen wird.

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