Als Ermittler allein unter Frauen: Kanzlerfeig(e)linge führten ihr Stück auf

Stürmischer Empfang: Ludmilla (Gundi Kraft) und Albert spielen beim Stück der Kanzlerfeig(e)linge mit.

Hessisch Lichtenau. Mit ihrer Komödie „Drei Damen und ein toter Kater" sorgten die Kanzlerfeig(e)linge drei Tage lang in Hessisch Lichtenau für Furore.

So stellte sich gleich am Freitag nach der Premiere die Frage, wer eigentlich mehr Spaß im Bürgerhaus hatte: die Akteure auf der Bühne oder das Publikum. Immer wieder hatten lustige und pikante Szenen für Lacherfolge gesorgt und dabei sogar die Laienschauspieler aus dem Rhythmus gebracht. Das gipfelte darin, dass der Vorhang gegen Ende des ersten Akts vorzeitig gezogen werden musste. Was war passiert?

In der Rolle der liebestollen Isolde war Ellen Schumacher dem Versicherungsermittler Albert, gespielt von Ulrich Röder, so wild um dem Hals gefallen, dass beide übereinander auf der Couch liegend aus dem Lachen nicht mehr herauskamen. Erst als sich die beiden Laienspieler im Schutze des halb geschlossenen Vorhangs wieder beruhigt hatten, kam Schumacher an die Bühnenkante und rief dem Publikum zu: „Wir sind noch nicht fertig!“ Kontrolliert spielten die beiden die Szene weiter, und wenig später endete auch schon der Akt zur ersten Pause.

Er suchte die Wahrheit 

Als sich der Vorhang zum nächsten Akt wieder öffnete, ging das Buhlen der drei Schwestern Isolde, Miriam (Yvonne Quittkat) und Lioba (Brigitte Brencher) um Albert weiter, ohne auch nur zu ahnen, dass der bei ihnen als Untermieter eingezogen war, um als Versicherungsermittler dem plötzlichen Tod des vorherigen Mieters und dem Verbleib der bereits ausgezahlten Versicherungsprämie auf die Spur zu kommen.

Das Trio war so sehr um ihn bemüht, dass er noch nicht einmal sein Frühstücksei selbst schälen oder den Toast bestreichen brauchte.

Dass Butler Herbert (Andreas Müller) in dem chaotischen Haushalt der drei Schwestern gelegentlich zum Whisky griff und auch schon mal einen aus der Flasche kippte, wunderte nicht. Torkelte er dann wieder über die Bühne, mag das so manchen Besucher im gut gefüllten Saal an den Kultsketch zu Silvester „Dinner for one“ erinnert haben. Natürlich hatte auch Herbert mit der schwerhörigen und senilen Isolde so seine Mühe, die, wenn sie nicht gerade glaubte, ihren längst verstorbenen Kater zu streicheln, die anderen nur allzu oft falsch verstanden hatte und dann für ihre mitunter originelle Wortspielerei so manchen Lacherfolg beim Publikum erntete.

Nur wenige Komplimente 

Nicht nur charmant gab sich Ulrich Röder, der neben dem Versicherungsermittler Albert auch noch die Rolle dessen verwitweten Vaters Kasimir übernommen hatte. So war sein Kompliment für Pflegerin Ludmilla (Gundi Kraft), die zusammen mit ihrem Bräutigam Isodor (Thomas Zschaler) die Wohnung unaufhörlich nach der vermissten Versicherungsprämie durchsuchte, alles andere als wohlwollend: „Naja, eine Schönheit war ihre Mutter ja nun wirklich nicht, und mal ehrlich, sie haben verdammt viel Ähnlichkeit mit ihr!“ Dafür gab sich der Witwer Kasimir gegenüber Lioba umso galanter. Sie hingegen war einfach nur glücklich darüber, so wie ihre Schwester Miriam mit Butler Herbert am Ende doch noch einen Mann abbekommen zu haben.

Von Lothar Röß

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