Kirche liegt am Elisabethpfad

Die erste Pilgerkirche im Kirchenkreis Witzenhausen steht in Reichenbach

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Stolz auf die Auszeichnung der Klosterkirche: Harald Ernst (von links/Ansprechpartner für Pilger), Brigitte Ernst, Ursel Heußner, Heidi Riemenschneider (alle Landfrauenverein), Fachreferentin Nina Wetekam von der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, Waltraud Vaupel (Landfrauen), Pfarrerin Dorothee Holzapfel, Karin Sauber und Bernd Lautenbach (beide Kirchenvorstand).

Reichenbach. Die Klosterkirche im Lichtenauer Stadtteil Reichenbach steht Besuchern schon lange offen – jetzt ist sie zur Pilgerkirche erklärt worden.

Verschlossene Türen an ihrer Klosterkirche, daran kann sich in Reichenbach eigentlich keiner so richtig erinnern. Schon immer haben sich Wanderer und Gäste im Ort für die um 1140 gebaute Basilika interessiert, die bis 1207 Teil eines Nonnenklosters war und dann von der Reichenbacher-Ziegenhainer Grafenfamilie an den Deutschen Orden verschenkt wurde. Nachdem 2007 der 193 Kilometer lange Elisabethpfad von Marburg nach Eisenach eröffnet wurde und Reichenbach mit seiner Klosterkirche als Station in den Streckenplan mit aufgenommen wurde, nahm die Zahl der Pilger im Ort zu.

Wer auf seiner Pilgerreise Reichenbach erreichte, konnte nach dem Besuch der Klosterkirche auch Quartier im Pfarrhaus oder einer der Pensionen im Ort finden. Passierte es, dass die Pfarrerin mal nicht da war und das Pfarrhaus verschlossen, sprangen als Retter in der Not mitunter Brigitte Ernst und Ehemann Harald in unmittelbarer Nachbarschaft ein. War es draußen kalt und nass, zündeten sie das Feuer im Kaminofen des Pfarrhauses an und halfen auch mal mit dem Fön aus, wenn die feuchten Wanderschuhe getrocknet werden mussten.

Die Klosterkirche in Reichenbach.

Da sich den Pilgern bei schönem Wetter der gepflegte Klostergarten mit seiner Sitzgruppe auch zum Picknick anbot, sah Nina Wetekam, Fachreferentin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für „Offene Kirchen“, gute Voraussetzungen zur Deklarierung als Pilgerkirche. Im Frühjahr 2017 trug Wetekam ihr Anliegen Pfarrerin Dorothee Holzapfel vor, die von der Idee begeistert war. Daraufhin hatte die Referentin vor Wochen Reichenbach aufgesucht und sich vor Ort einen Eindruck verschafft. Nachdem sie alle Kriterien erfüllt sah, erklärte sie die Klosterkirche zur Pilgerkirche, der dritten am Elisabethpfad, der ersten im Kirchenkreis Witzenhausen.

Im Rahmen des Festgottesdienstes zum Johannisfest nahm Wetekam am Sonntagnachmittag die Auszeichnung vor, am Eingang zur Kirche wurde im Anschluss die Tafel enthüllt. Sie zeigt die Piktogramme sowohl für die offene Kirche als auch die Pilgerkirche, dazu die Embleme des Elisabethpfads und des Kirchenkreises.

Zur musikalischen Umrahmung des Gottesdienstes hatten die „Sternschnuppen“ aus Reichenbach instrumental und ihre Leiterin Ute Ludolph mit mehreren Gesangseinlagen beigetragen, an der Orgel spielte Dr. Franz-Josef Beume. Abschließend luden die Landfrauen aus dem Ort zur Kaffeetafel in der Kirche ein. 

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