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Familie Reuß aus Velmeden hält Alpakas, um ihre Hühner zu schützen

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Von: Evelyn Paul

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Die Alpakadamen von Familie Reuß sind zwar etwas scheu, dann aber doch sehr neugierig.
Die Alpakadamen von Familie Reuß sind zwar etwas scheu, dann aber doch sehr neugierig. © Ludolph, Evelyn

Hühner und Alpakas: Diese Kombination gibt es eher selten. Familie Reuß aus Velmeden hält ihre Freilandhühner gemeinsam mit Alpakas.

Die flauschigen Tiere übernehmen dabei die Funktion, die Hühner vor Beutegreifern zu beschützen.

Seit Februar 2019 gibt es auf dem Hof von Familie Reuß auch Hühner. Die Familie lebt eigentlich von ihren Milchkühen. Als aber ein Nachbar aus dem Hessisch Lichtenauer Ortsteil seine Hühnerhaltung aufgibt und jemanden sucht, der die rund 80 Tiere übernimmt, sagt Janina Reuß zu. Inzwischen ist die Zahl der Tiere auch gestiegen. Sind beide Ställe voll, leben bis zu 540 Hühner bei ihnen.

Janina und Dennis Reuß betreiben das Grimmsteig-Ei mit bis zu 540 Hühnern.
Janina und Dennis Reuß betreiben das Grimmsteig-Ei mit bis zu 540 Hühnern. © Ludolph, Evelyn

Janina und Dennis Reuß entscheiden sich für die Freilandhaltung. Mit mobilen Hühnerställen, einer Marke Eigenbau und einer von der Firma Mobei wechseln sie regelmäßig die Weiden. Dabei entwickelte sich jedoch ein Problem: „Wir hatten immer mehr Verluste durch den Habicht“, sagt Janina Reuß. Erbeuteten die Greifvögel zunächst nur circa ein Huhn pro Woche, wuchs die Zahl der Verluste innerhalb eines halben Jahres auf zehn Tiere in einer Woche. „Wir mussten etwas machen oder die Hühnerhaltung aufgeben“, sagt Reuß.

Andere Halter lassen die Hühner von Herdenschutzhunden bewachen. Das versuchte auch Familie Reuß. Jedoch haben die Hunde gefallen an Hühnerfleisch gefunden. „Wir hatten dann die Wahl zwischen Ziegen oder Alpakas“, erklärt die Landwirtin. Da Nachbarn bereits Ziegen hatten und die Familie deshalb wusste, wie ausbruchsfreudig die Tiere sind, entschieden sie sich für Alpakas.

Die temperamentvolleren männlichen Alpakas leben mit den Hühnern zusammen und halten so Habicht und Fuchs fern.
Die temperamentvolleren männlichen Alpakas leben mit den Hühnern zusammen und halten so Habicht und Fuchs fern. © Evelyn Ludolph

Sehr zur Freude von Janina Reuß. „Sie hatte damit endlich ihren Grund, warum wir auch Alpakas benötigen“, berichtet ihr Mann Dennis. Denn Janina ist schon seit lange Zeit ein Fan der flauschigen Kamele, die ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammen.

So ziehen im November 2019 die ersten männlichen Alpakas ein. „Mir wurde geraten, mit den Jungs anzufangen“, berichtet die 33-Jährige. Inzwischen weiß sie, die Herren sind ein ganzes Stück temperamentvoller als die weiblichen Alpakas. „Am Anfang hatten sie Spaß daran, die Hühner zu ärgern“, erinnert sich Janina. Dann haben sie sich aber schnell mit den Hühnern vertragen. So kann es auch vorkommen, dass eines der Hühner auf dem Rücken eines Alpakas sitzt, wie es im Logo für das Grimmsteig-Ei zu sehen ist.

Seit die Alpakas mit den Hühnern zusammenleben, gibt es kaum noch Probleme mit dem Habicht. Auch mit dem Fuchs ist es besser geworden. „Zu 100 Prozent verlustfrei ist man bei einer Freilandhaltung aber nie“, sagt Dennis Reuß. Den Habicht halten die Alpakas dabei einfach durch ihre Größe fern, und weil sie sich viel auf der Weide bewegen. Zudem geben sie Warnsignale ab, die schon mal wie der Kreischen von kleinen Kindern klingen können, erklärt Dennis Reuß. Die Hühner verschwinden dann in Richtung Stall.

Die Alpakas selbst sind pflegeleicht. „Sie wollen ihr Ruhe und Freiraum“, weiß die junge Landwirtin. Neben Gras und Heu bekommen die Tiere täglich Mineralfutter. Am liebsten sind sie draußen und nutzen auch bei Schnee und Eis ihren Stall kaum. Regelmäßig müssen den Alpakas die Nägel geschnitten werden und einmal im Jahr werden sie vor dem Sommer geschoren. Die Alpakaherde ist inzwischen auf 18 Tiere angewachsen. Unter anderem sind drei Tiere dabei, die Familie Reuß aus schlechter Haltung übernommen hat.

Die jüngsten Mitglieder der Alpakaherde sorgen für besondere Freude auf dem Hof.
Die jüngsten Mitglieder der Alpakaherde sorgen für besondere Freude auf dem Hof. © Ludolph, Evelyn

Besondere Freude bereiten aber die vier neuesten Mitglieder der Herde, denn es gab Nachwuchs. Im August kamen vier Fohlen zur Welt und im September gab es noch ein fünftes Mal Nachwuchs.

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