1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Hessisch Lichtenau

Familienunternehmen Vogt Spezialdruck feiert 125. Jubiläum

Erstellt:

Von: Evelyn Paul

Kommentare

Schauen sich die Druckergebnisse zur Jubiläumsbroschüre an: Elke und Holger Vogt mit Drucker Peter Fischer (rechts).
Schauen sich die Druckergebnisse zur Jubiläumsbroschüre an: Elke und Holger Vogt mit Drucker Peter Fischer (rechts). © Evelyn Ludolph

Ihre Produkte hat jeder schon einmal in der Hand gehalten. Denn sie produzieren für namenhafte Kunden Etiketten, Werbeaufsteller, Aufkleber, Plakate, Plastikkarten und vieles mehr. Vogt Spezialdruck aus Hessisch Lichtenau feiert heute sein 125-jähriges Firmenjubiläum.

Hessisch Lichtenau – Das Unternehmen produziert inzwischen an zwei Standorten in Hessisch Lichtenau. Im Tochterunternehmer Card Factory sind 26 Personen beschäftigt, die am Standort „Im Tal“ bis zu eine Million Plastikkarten täglich produzieren. An der Leipziger Straße befindet sich der Sitz von Vogt Spezialdruck, wo 85 Menschen ihren Arbeitsplatz haben. Beide Firmen zusammen haben als Vogt-Gruppe einen Umsatz von 16,5 Millionen Euro.

Das Geschäft ist ein Familienunternehmen, bei dem Holger Vogt Geschäftsführer beider Unternehmen ist. Seine Frau Elke leitet die Finanzen. „Mein Vater schaut mit seinen 85 Jahren noch gern herein“, sagt Holger Vogt. 1991 hat er die Geschäftsführung von Vater Herbert Vogt übernommen. Die eigenen Kinder, die 21 und 25 Jahre alt sind, werden aber wohl nicht ins Familiengeschäft einsteigen. Wie sein Vater es ihm auch, hat Holger Vogt seinen Kindern diese Entscheidung freigestellt.

Im Jahr 1941 entwickelte sich Vogt zur Akzidenzdruckerei. Das heißt, es wurden zum Beispiel Anzeigen, Formulare und Prospekte gedruckt.
Im Jahr 1941 entwickelte sich Vogt zur Akzidenzdruckerei. Das heißt, es wurden zum Beispiel Anzeigen, Formulare und Prospekte gedruckt. © Vogt/nh

Adolf Vogt gründete das Unternehmen 1897 in Hessisch Lichtenau als normale Druckerei. „Mein Vater hatte in den 70er Jahren dann die Idee, von Papier auf Kunststoff umzusteigen“, sagt Holger Vogt. Damit markiert er den Umbruch zur Spezialdruckerei. Der Druck auf Folie war zunächst eine Herausforderung, die sich aber mit der Zeit als gute Entscheidung herauskristallisierte. „Wir druckten dann sehr viele Schulungsunterlagen für Overheadprojektoren“, berichtet Vogt. Post, Telekom und AOK gehörten unter anderen zum Kundenstamm. So ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen.

Beständig investierte die Familie in das Unternehmen. Der Firmensitz „Im Tal“ wurde 1965 bezogen, nachdem das ursprüngliche Gebäude mit dem Bau der B7 weichen musste. 1993 wurde ein Anbau dort eingeweiht. „Bereits zu unserem 100-jährigen Jubiläum 1997 zeichnete sich ab, dass der Anbau für die Produktion zu klein war“, erinnert sich Holger Vogt. Deswegen zogen Vogts 2001 an die Leipziger Straße um.

Im Tal“ blieb das Tochterunternehmen Card Factory, das im Jahr 2000 gegründet wurde. Dort werden unter anderen die Bahncard, Tankkarten, Gutscheinkarten für DM, Rossmann und Galeria und Krankenkassenkarten herstellt. Inzwischen ist Vogt volumenseitig der größte Hersteller im Bereich Cards in Deutschland. Der Weg dahin verlief aber nicht immer geradlinig.

„Von den letzten 25 Jahren haben die Jahre bis 2011 Spaß gemacht. Die letzen 11 Jahre waren mit Hindernisse, bei denen wir auch Kräfte auf der Straße lassen mussten“, sagt Holger Vogt. Nachdem sie viel Geld in die Card Factory investiert hatten, um gemeinsam mit einem Gesellschafter Kreditkarten herzustellen, stellte sich heraus, dass der Gesellschafter nicht die benötigten Aufträge bringen konnte. Es entstanden Schulden. 2015 entschloss sich die Familie deswegen, mit den Kreditkarten wieder aufzuhören, da sie in diesem Bereich nicht wachsen konnten. „Jetzt sind wir sehr stabil unterwegs“, berichtet der Geschäftsführer.

Dabei sind auch die aktuellen Zeiten nicht einfach. Die Pandemie führte zwar dazu, dass die Kunden eine größere Bindung ans Unternehmen zeigen. Dafür belasten die schwankenden Rohstoffpreise die Produktion. Für Gas und Strom rechnet Holger Vogt mit 0,5 bis 1 Million Euro Mehrkosten in der Grupppe. Auch bleibt die Personalplanung auf Grund der Pandemie schwierig. „Es wird nicht langweilig“, resümiert Holger Vogt selbst. „Man muss das alles mit ein bisschen Humor und Ruhe nehmen.“ Er ist sich sicher, dass ihm dabei seine lange Erfahrung hilft.

125 Jahre Unternehmensgeschichte wird mit einem Betriebsfest für alle Mitarbeiter gefeiert. „Es ist auch Stolz da. Das Unternehmen 125 Jahre am Markt zu halten – die Druckindustrie ist nicht einfach“, sagt der Geschäftsführer. Für die nächsten Jahre wünscht sich Vogt, das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern gut in die Zukunft zu bringen.
(Evelyn Ludolph)

Auch interessant

Kommentare