Ferienspiele in Hessisch Lichtenau sind in Gefahr

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Seit Jahren in der Diskussion: Kürzungen im Bereich Jugendförderung sorgen seit Jahren für Ärger. Unser Bild zeigt Mitglieder der Aktion Jugend, die vor einem Jahr vor dem Rathaus an der Landgrafenstraße gegen die Kürzungen protestiert hatten.

Hessisch Lichtenau. Die Ferienspiele in Hessisch Lichtenau stehen wieder einmal auf der Kippe. Es werden händeringend Sponsoren gesucht, um die Ferienspiele ausrichten zu können.

„Der Magistrat hat vor zwei Wochen beschlossen, dass die Ferienspiele in gewohnter Form stattfinden sollen“, sagt Erster Stadtrat Heinz E. Vogt. Nun habe die Kommunalaufsicht des Regierungspräsidiums (RP) dem Vorhaben aber eine Absage erteilt. Die Finanzierung der Ferienspiele sei eine freiwillige Leistung und deshalb nicht schutzschirmkonform. Da der Haushalt für 2015 noch nicht genehmigt sei, dürfe die Verwaltung nur Pflichtausgaben bedienen. Offenbar hatte ein Kommunalpolitiker die Entscheidung des Magistrats beim RP gemeldet, sodass die Kommunalaufsicht überhaupt erst darauf aufmerksam wurde. „Wir wollen, dass die Ferienspiele stattfinden und tun als Verwaltung alles uns mögliche dafür“, sagt Vogt. Möglich sei beispielsweise das Anbringen einer Tafel auf dem Ferienspielgelände, auf der die Sponsoren werben könnten.

„Die Jugendlichen sind seit einem halben Jahr mit der Planung der Ferienspiele beschäftigt.“ 

Ursprünglich hatte die Stadt mit 21.000 Euro Ausgaben für die Ferienspiele gerechnet. Davon sollten rund 15.000 Euro über Elternbeiträge, Sponsorenverträge und Zuschüsse des Werra-Meißner-Kreises gedeckt werden. „Ich habe die Kalkulation daraufhin noch einmal überarbeitet und die Ausgaben auf 18.000 Euro reduziert“, sagt Stadtjugendpflegerin Claudia Born. Um den Fehlbetrag von 3000 Euro auszugleichen, müssten nun dringend weitere Sponsoren gefunden werden.

„Bislang haben wir 4000 Euro Sponsorengelder gesammelt und müssten den Betrag noch verdoppeln“, sagt sie.

Bei den vielen ehrenamtliche Helfern sorgt die Nachricht, dass die Stadt sich nicht finanziell an den Ferienspielen beteiligen wird, indes für Unmut. Die Mitglieder der Aktion Jugend, die sich seit Jahren im Bereich Jugendarbeit engagieren, fühlen sich wieder einmal von der Stadt im Stich gelassen: „Die Jugendlichen sind seit einem halben Jahr mit der Planung der Ferienspiele beschäftigt“, sagt Stadtjugendpflegerin Claudia Born. Die jüngsten Ereignisse seien demotivierend für die Helfer, die sich wöchentlich treffen und schon weit über 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit für die Ausrichtung der Ferienspiele geleistet haben.

Derzeit engagieren sich 40 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren im Verein. Die Aktion Jugend organisiert seit 1996 in Zusammenarbeit mit der Stadtjugendförderung und der Schulsozialarbeit die Ferienspiele. Dazu zählt unter anderem die verlässliche Ganztagsbetreuung für 50 Kinder, die bislang jedes Jahr für zwei Wochen angeboten wurde.

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