"Wir fordern keine Luxuslösung"

Feuerwehr Wickersrode kritisiert mangelhaften Zustand des Feuerwehrhauses

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Setzen sich für die Feuerwehr Wickersrode ein: Wehrführer Markus Zinke (links) und Hessisch Lichtenaus Stadtbrandinspektor Steffen Rödel.

2001 hat die Freiwillige Feuerwehr Wickersrode ein neues Einsatzfahrzeug erhalten – Das passt allerdings kaum ins Feuerwehrhaus des Lichtenauer Stadtteils.

Das Gebäude hat zwar ein neues Tor erhalten, doch die Garage ist so eng, dass man kaum um das Fahrzeug herumlaufen kann. Stadtbrandinspektor Steffen Rödel und Wickersrodes Wehrführer Markus Zinke finden, dass sich endlich etwas tun muss: „Die Einsatzkräfte lagern ihre Feuerwehrkleidung zu Hause, weil es im Feuerwehrhaus nicht möglich ist“, so Rödel. Das sei aus hygienischen Gesichtspunkten ein Problem, denn laut Zinke kommt man selten ohne Schmutz an der Kleidung vom Einsatz zurück.

Zehn aktive Einsatzkräfte hat die Wickersröder Wehr derzeit, berichtet Zinke. Mehr passen auch kaum in den kleinen Raum hinter der Garage. 

Ein weiteres Problem: Geheizt werden müsse mit Strom oder Gas und fließend Wasser, zum Beispiel für Sanitäranlagen, gebe es nicht. Als 2014 die Straße in Wickersrode grundsaniert worden sei, habe der ehemalige Wehrführer gefragt, ob man das Gebäude mit Wasser und Abwasser über das Kanalnetz versorgen kann, das sei allerdings abgelehnt worden. 

Die Investition wurde immer wieder verschoben

Der Aufenthaltsraum des Feuerwehrhauses wird mit Heizlüftern gewärmt.

„Es gab auch vor vielen Jahren mal die Idee, das Feuerwehr- zum Schützenhaus zu verlagern“, fügt Zinke hinzu. Vom Haus am Ortsausgang Richtung Vockerode-Dinkelberg (Schwalm-Eder-Kreis) kämen einem immer mal Brocken vom Dach entgegen. „Im Investitionsprogramm 2017 war der Neubau des Feuerwehrhauses für 2020 vorgesehen, im Investitionsprogramm 2018 wurde das dann auf 2021 verschoben“, sagt Rödel. Die Investition sei immer wieder verschoben worden. 

Normalerweise richte sich der Neubau nach der Anschaffung des Feuerwehrfahrzeuges – das wäre dann allerdings bereits im Jahr 2001 der Fall gewesen. „Das Feuerwehrhaus ist mir bekannt, ich kenne auch die sehr unbefriedigenden Umstände“, sagt Michael Flohr, Lichtenaus erster Stadtrat.

Wickersrode ist zwar ein kleiner Ort, die Feuerwehr muss laut Rödel aber genauso ausgestattet sein wie die Wehren aller anderen Stadtteile. „Bei Flächenlagen greifen wir auf alle Wehren zurück“, betont der Stadtbrandinspektor. Auch Vockerode-Dinkelberg plane mit der Hilfe der Wickersröder Wehr, so Zinke. 

Stadt muss ausreichende Sicherheitsabdeckung gewährleisten

„Die Feuerwehr kann nicht infrage gestellt werden“, berichtet Rödel. Die Wehr in Wickersrode zu schließen, sei auch rein rechtlich nicht möglich, weil die Stadt eine ausreichende Sicherheitsabdeckung gewährleisten müsse. „Ich habe großen Respekt, dass die Kollegen das hier überhaupt noch durchziehen“, sagt Rödel. „Wir wollen den Schutz hier weiter gewährleisten“, sagt Zinke – zumal Wickersrode größtenteils von Wald umgeben ist und bei starkem Sturm durch umfallende Bäume schnell abgeschnitten wird. 

Rödel betont, man sei auf die Wehr jedes Stadtteils angewiesen. Man kenne den Investitionsstau der Stadt, „aber wir fordern doch keine Luxuslösung“, sagt Zinke, sondern Räume mit Basisausstattung. Ihm und Rödel gehe es nicht darum, einen Krieg anzuzetteln, sondern darum, das Problem wieder auf den politischen Tisch zu bringen.

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