Unterricht auf der Baustelle

Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau wird umgebaut

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Mit Kompromissen ist der Umbau möglich : So ist diese Feuertreppe für zwei Klassen an Burkhard Wieders Schule für einige Wochen der Weg zum Klassenzimmer. 

Bauzäune, provisorische Zugänge und Handwerker gehören aktuell zum Alltag der Schüler an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau. Seit April 2018 wird hier gebaut und bis Juni 2021 wird das auch so weiter gehen.

„Unsere fünften und sechsten Klassen sind noch in einem Gebäude an der Heinrichstraße“, sagt Schulleiter Burkhard Wieders. Der eigentliche Schulstandort ist aber an der Freiherr-vom-Stein-Straße. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, sollen alle Schüler an diesem Standort sein.

„Die Gebäude sind auf dem Stand der 70er Jahre“, erklärt Wieders. Sowohl beim Zuschnitt der Räume als auch bei der Ausstattung gäbe es großen Nachholbedarf. „Wir haben in den letzten Jahren auch nichts mehr angefordert, weil wir ja wussten, dass die Schule umgebaut wird.“ So gehöre zum Beispiel der Overheadprojektor noch zum gängigen Unterrichtsalltag.

760 Schüler besuchen aktuell die Freiherr-vom-Stein-Schule. Diese bekommen nach dem Umbau Jahrgangsflure mit sogenannten Marktplätzen für selbstorientiertes Lernen. Die fünften und sechsten Klassen sollen im Erdgeschoss untergebracht werden, die siebte Klasse kommt mit der Verwaltung in die erste Etage und die Klassen acht und neun in den zweiten Stock. „Die Jahrgangsflure sind jeweils zur Hälfte fertig und werden bereits benutzt, aber noch nicht von den Gruppen, für die sie gedacht sind“, erklärt der Schulleiter. „Wir sind flexibel, die Klassen ziehen nach Bedarf um.“ So werden die Jahrgänge neun und zehn zwischenzeitlich die Etage der Fünft- und Sechstklässler nutzen müssen, denn auch das Oberstufengebäude wird noch umgebaut. „Deswegen kommen die Kleinen erst hier hoch, wenn alles fertig ist.“ Mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 soll es soweit sein.

Das Gebäude wird während des laufenden Schulbetriebes umgebaut. Um die Beeinträchtigungen in Grenzen zu halten, wurden in Abstimmung mit der Schulleitung Bauabschnitte gebildet und die lärmintensiven Arbeiten in die Ferienzeiten gelegt, teilt Kreissprecher Jörg Klinge mit. „Es gibt Einschränkungen, aber es funktioniert. Wir bemühen uns alle“, bestätigt Burkhard Wieders. Kurzzeitig könne es auch in den Unterrichtszeiten zu Lärmbelästigungen kommen, die halten sich aber im Rahmen. Beim Baudreck sieht es ähnlich aus: „Das Reinigungspersonal hat natürlich einen erhöhten Aufwand, aber auch das geht.“

Neben den Umzügen der Klassenräume nutzen die Schüler aktuell auch einen provisorischen Zugang zum Gebäude. So wurde rechts vom Eingang ein Weg gepflastert, damit die Schüler gefahrlos und sauber einen Nebeneingang nutzen können.

Da auch die Treppe im Haus gebaut wird und nicht alle Schüler den Fahrstuhl nutzen sollen, müssen zwei Klassen für einige Wochen über eine Feuertreppe zu ihren Unterrichtsräumen. Damit sie diese auch in den dunklen Morgenstunden sicher benutzen können, installierte die Schule Scheinwerfer und führte auch einen Übungsalarm durch, um den Ernstfall zu proben.

Der Umbau kostet fünf Millionen

Die Kosten der Schulsanierung belaufen sich auf 5 Millionen Euro, teilt Kreissprecher Jörg Klinge mit. Der Kreis erhalte dafür über das kommunale Investitionsförderprogramm KIP I und KIP II von Bund und Land einen Zuschuss von 2,95 Millionen Euro. Zudem werden für die Schule auch neue Möbel und moderne Unterrichtstechniken für 750 000 Euro angeschafft. Auch dabei wird der Kreis aus dem KIP-II-Förderprogramm mit einem Zuschuss vom Land von 440 000 Euro unterstützt.

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