Er wurde aus Liebe zum Zechpreller

Friedel und Fritz Lecke feiern Eiserne Hochzeit in Fürstenhagen

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Schmuckes Paar: Friedel und Fritz Lecke am Tag ihrer Hochzeit.

Fürstenhagen. Als die fünfjährige Friedel Friedrich aus Fürstenhagen den kleinen Fritz in 1927 in der Wiege liegen sieht, denkt sie an alles andere als eine gemeinsame Zukunft mit ihm.

Heute ist sie mit Fritz Lecke 65 Jahre verheiratet, die beiden feiern Eiserne Hochzeit.

In jungen Jahren verlieren sich beide nie ganz aus den Augen. Selbst als Friedels Familie, bedingt durch den Beruf des Vaters, nach Kassel zieht, bleibt der freundschaftliche Kontakt zur Familie Lecke erhalten. Zu einer engeren Bindung zwischen den jungen Leuten kommt es in dieser Zeit aber allein schon wegen des Altersunterschieds nicht.

Durch den Zweiten Weltkrieg reißt der Kontakt dann aber für Jahre ab: Während Friedel als Sekretärin des technischen Leiters Wernher von Braun an der ehemaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde (Mecklenburg-Vorpommern) tätig ist, kommt Fritz mit 18 Jahren noch an die Front. Im sowjetischen Stalingrad gerät er in Gefangenschaft und kehrt erst 1949 wieder zurück in die Heimat.

Dort hat Friedel Friedrich längst wieder Fuß gefasst und im Sekretariat des damaligen Krankenhauses Arbeit gefunden. Bei einer gemeinsamen Busfahrt mit dem Fürstenhagener Turn-, Sport- und Gesangverein in den Harz kommen sich die beiden dann näher. Als Betreuer der jungen Frau eingeteilt lädt Fritz sie zum Kaffee ein. „Ich war so begeistert von ihr, dass ich vor lauter Aufregung vergessen hatte, zu bezahlen“, erinnert sich der 90-Jährige.

Gern unternehmen der kaufmännische Lehrling und die Sekretärin gemeinsam Ausflüge mit dem Fahrrad. Für acht Tage radeln sie sogar zum Zelten an den Edersee.

Friedel und Fritz Lecke

Die beiden haben ihr Glück gefunden und lassen sich am 30. August 1952 von Pfarrer Franz Schöffel in der Fürstenhagener Kirche trauen. Im Haus von Friedels Großeltern wohnen sie bis heute. Zwei Kinder zieht das Ehepaar Lecke groß – heute zählen vier Enkelinnen und eine Urenkelin zur Familie.

Sehen die beiden von ihrer Terrasse aus die Düsenflugzeuge am blauen Himmel über ihr Haus fliegen, erinnern sie sich vor allem an ihre Reisen nach Südamerika zu seinem Bruder, der Pfarrer in Brasilien war. Das Reisen ist mittlerweile vorbei, aber mit 90 Jahren geht Fritz Lecke immer noch einmal die Woche schwimmen. Friedel sitzt gern am Klavier und spielt die alten Volkslieder noch immer frei von der Hand.

Heute feiern Friedel und Fritz Lecke ihr Hochzeitsjubiläum im Kreise der Verwandten und Bekannten. Alle, die sich ihnen verbunden fühlen, laden sie herzlich zum Gottesdienst ab 17 Uhr in die Fürstenhagener Kirche ein.

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