„Die Situation ist lebensgefährlich“

Friedrichsbrücker kämpfen gegen Lastwagen, die trotz Verbot durch Ort fahren

Die Schilder sind eindeutig: Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 12 Tonnen dürfen nicht durch Friedrichsbrück fahren. Dafür gingen die Bewohner auf die Straße. Foto. Wiebke Huck
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Die Schilder sind eindeutig: Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 12 Tonnen dürfen nicht durch Friedrichsbrück fahren. Dafür gingen die Bewohner auf die Straße.

Verkehrslärm am Tag und in der Nacht, Angst um die Kinder auf dem Schulweg und kaputte Autos. Für viele Friedrichsbrücker gehört das alles schon fast zum Tagesgeschehen, berichten Inge Harder aus Friedrichsbrück und Ortsvorsteherin Ellen Ludwig.

Friedrichsbrück – Der Schwerlastverkehr, der täglich durch den Hessisch Lichtenauer Stadtteil Friedrichsbrück rauscht, ist für die Anwohner ein echtes Problem. „Die Situation ist lebensgefährlich“, sagt Inge Harder. Bisher haben nur die Autos leiden müssen, abgefahrene Spiegel und kaputte Reifen durch die Begegnung mit den Lastwagen auf der viel zu engen Friedrichsbrücker Straße zwischen der Stadt Hessisch Lichtenau und Friedrichsbrück, sowie auf der Landesstraße zwischen Friedrichsbrück und Helsa.

Dabei dürften die Lastwagen eigentlich gar nicht bis Friedrichsbrück kommen, denn zwischen der Autobahnabfahrt und dem Ort mit 172 Einwohnern stehen mindestens vier Schilder, die die Durchfahrt für Fahrzeuge über zwölf Tonnen verbieten.

Rita Grunert-Noll wohnt direkt an der Durchgangsstraße in Friedrichsbrück und hat bereits bei mehr als 30 deutschen Speditionen angerufen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Die Fahrer sind meistens genervt, wenn wir sie ansprechen, einige reagieren aggressiv“, sagt die Anwohnerin.

Ihr Auto steht zurzeit mit einem Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro in der Einfahrt. Auf dem Weg von Helsa nach Friedrichsbrück kam ihrem Mann ein Lastwagen auf der viel zu schmalen Straße zu nahe und beschädigte das Auto schwer.

Warum so viele Fahrer den Weg über Friedrichsbrück wählen, darüber könne man nur spekulieren, sind sich die Friedrichsbrücker einig. Sie vermuten, dass entweder Mautstellen umfahren werden sollen oder die Navigationssysteme einen falschen Weg weisen. Dabei würde sich der Weg gar nicht lohnen, sagt Helmut Harder: „Die Fahrzeuge quälen sich den Berg hinauf, das kostet jede Menge Sprit. Oft müssen sie sogar wieder umdrehen und selbst wenn sie durch Friedrichsbrück fahren, kommen sie trotzdem bei Helsa an der Mautstation vorbei.“

Das Verkehrsschild an der B7 ist zugewuchert.

Außerdem seien die Schilder eindeutig, wenn auch nicht überall gut zu sehen: „Das Hinweis-Schild an der B 7 ist fast vollständig zugewuchert“, bemängelt Inge Harder.

Anwohner hätten schon öfter die Polizei gerufen, Hessen Mobil informiert, das Regierungspräsidium und die Straßenverkehrsbehörde angeschrieben, doch bisher sei nicht viel passiert. „Das gesamte Behördenversagen macht einen mürbe“, sagt Helmut Harder. Annähernd 100 Lastwagen seien es täglich, die sich, vorbei an den Verbotsschildern, ihren Weg durch Friedrichsbrück bahnen würden. Regelmäßige Kontrollen könnten eine Lösung sein, schlagen die Friedrichsbrücker vor. (Wiebke Huck)

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