Fußballer fordern Unterstützung von der Stadt

Fußballerprotest am Rathaus: Holger Nolte (Rot-Weiß Fürstenhagen, dritter von rechts) übergibt die Unterschriftenlisten mit Handschlag an Bürgermeister Jürgen Herwig, rechts daneben Friedhelm Koch (ESV Blau-Weiß Walburg). Foto: Röß

Hessisch Lichtenau. Über 500 Unterschriften haben die Fußballer aus Hessisch Lichtenau in der Bevölkerung gesammelt und am Montag Bürgermeister Jürgen Herwig übergeben.

Mit den Unterschriftenlisten im Rücken wollten die Kicker aus den sechs Vereinen ihrer Forderung Nachdruck verleihen, die Sportförderung und die Pflege der Sportplätze sofort wieder aufzunehmen. Vor Beginn der Magistratssitzung hatten sie sich am späten Nachmittag auf dem Platz vor dem Rathaus zum erneuten Protest eingefunden, nachdem sie auch schon bei Stadtverordnetensitzungen auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht hatten. Der Zeitpunkt für die Aktion jetzt war wohl nicht ohne Grund gewählt, schließlich war es das letzte Treffen der Magistratsmitglieder vor der Stadtverordnetensitzung am Freitag in der Hopfelder Mehrzweckhalle. Mit Spannung werden dann sicherlich nicht nur die Fußballer auf die Abstimmung zum Antrag der SPD-Fraktion, im Haushalt 2016 eine Summe von 40.000 Euro für das Budget Vereinsförderung einzustellen, warten.

Etwa drei Dutzend Jugendliche und Erwachsene aus den sechs Fußballvereinen der Stadt waren vor dem Rathaus aufmarschiert. In großen Buchstaben stand auf ihren Transparenten zu lesen: „Keine Jugendarbeit mehr im Verein“, „Jugendförderung heißt Integrationsförderung“, „Sportförderung ist eine gesetzliche Pflicht“ und vor allem die Forderung „Sportförderung und Platzpflege wieder ab sofort“. Außerdem ließen die Fußballer keinen Zweifel daran, Wähler zu sein. Gegen die Streichungen der Stadt protestierten die Jugendlichen auch mit ihren Trillerpfeifen in einer Laustärke, wie man es sonst nur von streikenden Gewerkschaftlern kennt.

Erst als Bürgermeister Herwig die Tür öffnete und mit den Magistratsmitgliedern aus dem Rathaus herauskam, verstummte das Pfeifkonzert. Holger Nolte von Rot-Weiß Fürstenhagen überreichte mit Friedhelm Koch vom ESV Blau-Weiß Walburg dem Rathauschef die Unterschriftensammlung und bekräftigte noch einmal, dass die freiwilligen Helfer in den Vereinen die Arbeit auf Dauer allein nicht mehr schaffen. „Das Kartenhaus fällt sonst in Heli zusammen“, malte Nolte schwarz und fügte die Forderung der Fußballer hinzu, den Hartplatz, auf dem derzeit die Flüchtlinge untergebracht sind, wieder für den Fußball nutzbar zu machen. (zlr)

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