Gemälde von lokalem Künstler

Velmedener Heimatmuseum hat ein Bild von Heinrich Pforr in der Sammlung

Gemalt von Heinrich Pforr: Das Bild hängt im Heimatmuseum Karl Schmidt in Velmeden und kann dort, wenn die Corona-Auflagen es wieder erlauben, besichtigt werden.
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Gemalt von Heinrich Pforr: Das Bild hängt im Heimatmuseum Karl Schmidt in Velmeden und kann dort, wenn die Corona-Auflagen es wieder erlauben, besichtigt werden.

Das Velmedener Heimatmuseum Karl Schmidt hat ein Gemälde des Künstlers Heinrich Pforr in seiner Sammlung, der aus Laudenbach stammt.

Velmeden – Zwei Pferde ziehen einen Leiterwagen, auf dem Weinfässer unter einer Plane verstaut sind. Der Fuhrmann schwingt die Peitsche und ein weiterer Mann mit Stock folgt dem Gespann. Dieses Bild zeigt ein Gemälde, das 126 Jahre alt ist und im Velmedener Heimatmuseum Karl Schmidt hängt.

Das Bild ist ein Stück Lokalgeschichte, denn es stammt von Heinrich Pforr. Der signierte es in der rechten unteren Ecke mit „Gefertigt Hr. Pforr Laudenbach 1895“. Pforr lebte nur zwei Kilometer von Velmeden entfernt im Großalmeröder Ortsteil Laudenbach. Der Künstler wurde am 26. Oktober 1880 geboren und starb am 17. September 1970 in Hannoversch Münden, wie Dr. Friedhelm Koch vom Heimatmuseum berichtet. Pforr war gerade einmal 15 Jahre alt, als er dieses Bild malte. Sein künstlerisches Talent zeigte sich aber nicht erst hier, wie Koch weiß. Durch eine vermittelte Tätigkeit an der Kunstgewerbeschule in Kassel und darauf folgend an der Kunstakademie in Karlsruhe wurde der Künstler gefördert.

Sie bekamen das Gemälde zur Hochzeit geschenkt: Wilhelmine Orth und Jakob Preßler heirateten im März 1895.

Heute hängen Werke von ihm in verschiedenen Museen, wie den Staatlichen Kunstsammlungen Neue Galerie in Kassel, dem Staatlichen Kunsthaus in Karlsruhe und dem Struwwelpeter-Museum in Frankfurt am Main.

Das Heimatmuseum in Velmeden verdankt den Besitz des Gemäldes seinem Namensgeber Karl Schmidt. Der soll das Bild in einem Tauschhandel 1954 erworben haben und „so vor dem Wegwerfen gerettet und restauriert“ haben, wie er laut Koch selbst stets betonte. Gegen was genau Schmidt das Bild eingetauscht hatte, ist nicht bekannt. Jedoch habe der Malermeister sich auch handwerkliche Tätigkeiten mit altertümlichen Objekten bezahlen lassen, so Koch. Auf diese Art füllte er drei Etagen seines Hauses mit verschiedenen Stücken, die heute im Heimatmuseum von Velmeden ausgestellt werden. Schmidt sammelte dabei alles, was in Verbindung mit der Heimatgeschichte stand, so auch viele alltägliche Gegenstände, die das Leben der Menschen früher dokumentierten. Außerdem sammelte er verschiedene Mineralien. Karl Schmidt starb im Jahr 2000.

Das Gemälde war ein Hochzeitsgeschenk, wie Koch berichtet. Wilhelmine Orth aus Laudenbach heiratete am 10. März 1895 den Velmedener Jakob Preßler. Orths Onkel, ein gewisser Ötzel, schenkte dem Paar das Bild. Dieser Ötzel wird auf dem Gemälde auch erwähnt: Auf dem Gepäckkasten zwischen den Rädern befindet sich der Schriftsatz „Herr Ötzel Üngsterode“.

Auch wenn noch nicht absehbar ist, wann das Heimatmuseum Karl Schmidt in Velmeden wieder öffnen kann, möchten die Mitarbeiter mit dem Ausstellungsstück einen Vorgeschmack geben auf die nächste Besuchersaison, teilt Friedhelm Koch mit. Normalerweise hätte die im März begonnen.  

(Evelyn Ludolph)

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