Kündigung der Belegschaft

Geschäfte liefen schlecht: Richter hofft auf andere Banken

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Bald wird der Parkplatz leer sein: Die Firma Richter wird ihren Betrieb bis spätestens Ende September einstellen, wenn sie nicht nur kurzfristig Geld von ihren Banken bekommt.

Angesichts akuter Geldnot sah Firmenchef Axel Richter keine andere Möglichkeit mehr, als den Betrieb seiner Maschinenbaufabrik einzustellen und allen Mitarbeitern zu kündigen.

Die Nachricht schlug am Mittwoch ein wie eine Bombe: Die gesamte Belegschaft der Maschinenfabrik Richter aus Hessisch Lichtenau erhielt von Firmenchef Axel Richter die Kündigung. Kurzfristig hatte er seine Angestellten zur Betriebsversammlung gebeten, die Dokumente hatte er schon vorbereitet. „Viele sind seit über 30 Jahren bei mir. Da kann ich doch nicht nur einen Brief mit „das war’s“ schreiben“, sagt der Firmenchef, dem dieser Gang sichtlich schwer fiel.

Den Betrieb nach 70 Jahren einzustellen, sehen er und Ralf Finkhäuser von der Geschäftsleitung dennoch als einzige Lösung. Weil Aufträge weggebrochen seien, laufe der Betrieb nicht mehr rund. Seit einem Jahr halte man sich mit der Fertigung von Wasserkraft-Bauteilen über Wasser, so Richter. Ein weiteres Problem sei die schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden, ergänzt Finkhäuser. „Oft warten wir ein halbes Jahr und länger auf unser Geld. Da wir den Auftrag bereits ausgeführt und das Material vorfinanziert haben, gibt es für uns auch kein Druckmittel mehr, um das fehlende Geld einzutreiben.“

Axel Richter

Doch auch wenn die Bilanz sich verschlechterte: „Die Raten für unsere Kredite haben wir bei allen Banken immer pünktlich bezahlt“, betont Richter. Dennoch habe sich die Kasseler Bank im Herbst geweigert, das Geld vom Guthabenkonto auszuzahlen. Obwohl das Guthaben bei der Bank verblieb, soll diese im Februar den Geschäftskredit gekündigt, Teile des Guthabens gepfändet und den Rest blockiert haben. Auszahlungsaufträge, etwa für Löhne, sollen verzögert worden sein. „Mittlerweile bekommen wir weder Gesprächstermine noch Kontoauszüge mehr“, sagt Richter. Die Kommunikation laufe nur noch über Anwälte.

Banken sind letzte Hoffnung 

Einen Funken Hoffnung hat der Firmenchef dennoch: Würden sich die verbleibenden Kreditgeber an einen Tisch setzen und ihre Darlehen ausweiten, wäre das Unternehmen wieder flüssig und könnte angebotene Anschlussaufträge annehmen. „Wir bräuchten vier bis fünf Millionen Euro, um Aufträge in einem Umfang von 20 Millionen Euro ausführen zu können“, sagt Finkhäuser. Ob die Banken das Risiko eingehen oder lieber Geld aus der Abwicklung des Unternehmens ziehen, um nicht auf ihren offenen Krediten sitzen zu bleiben, ist noch offen.

Offen ist auch, wo die vielen Schweißer, Schlosser, Elektriker, Werkzeugmacher, Zerspanungstechniker und andere unterkommen sollen. Viele seien trotz fachlicher Qualifikation aufgrund ihres Alters nicht mehr leicht zu vermitteln, sagen Richter und Finkhäuser. Beide hoffen, dass andere Betriebe dennoch Interesse zeigen und die Fachkräfte einstellen.

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