Des Kanzlers eigenes Wappen

Geschichtsverein erinnerte an Wappenbrief für Johann Feige

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500 Jahre Wappenbrief: In seinem Vortrag stellte Hans Gold den Wappenbrief aus dem Jahr 1517 vor.

Hessisch Lichtenau. Vor 500 Jahren erhielt Johann Feige, als Kanzler berühmtester Lichtenauer, vom Kaiser den Wappenbrief. Am Jahrestag versammelten sich Mitglieder des Lichtenauer Geschichtsvereins am Brunnen vor der Stadtkirche.

Genau am 500. Jahrestag lud Hans Gold vom Lichtenauer Zweigverein für hessische Geschichte und Landeskunde historisch Interessierte zur Gedenkstunde am letzten Freitag im alten Jahr ins Zentrum der Stadt an den Kanzler-Feige-Brunnen ein, mit dem die Lossestädter ihrem berühmten Vorfahr 1910 ein Denkmal gesetzt haben. Gold erinnerte daran, dass die Verdienste des Staatmannes mit Lichtenauer Wurzeln in höchsten Kreisen so geschätzt wurden, dass der Habsburger Kaiser Maximilian I., ab 1508 Herrscher des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, am 29. Dezember 1517 die Urkunde zur Verleihung des Wappenbriefs an Feige unterzeichnete.

Als er die Auszeichnung erhielt, war Feige, der 1482 angeblich in der Burgstraße geboren wurde, 35 Jahre alt. Nach dem Besuch der Lichtenauer Lateinschule studierte er an der Universität Erfurt Rechtswissenschaften. Als Kanzleischreiber des Landgrafen Wilhelm II. und Sekretär des Würzburger Fürstbischofs erwarb er so viel Anerkennung, dass ihn Wilhelms Witwe Anna 1514 als Kanzler der Landgrafschaft Hessen nach Kassel rief. 

Es wird vermutet, so Gold, dass die Verleihung der Urkunde auf dem Landgrafen-Schloss in Marburg erfolgte. Das 68 mal 37 Zentimeter große Original befindet sich dort im Archiv der Philipps-Universität, die es 1930 für 45 Reichs-Mark von privat erwarb. Das rot-silbern gestaltete Wappen zeigt eine Jungfrau mit Feigenzweigen auf einer Helm-Zier.

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