Gleicher Lohn für Mann und Frau: Hollefrauen starten Aktion

Für gleiche Bezahlung von Männern und Frauen: Die Hollefrauen Margarete Reimann (von links), Heike Wilke, Christa Altmann, Karin Lemmermann und Barbara Brückmann aus Hessisch Lichtenau zeigen sich in der Phase vor dem „Equal Pay Day“ am 20. März kreativ. Foto: Röß

Hessisch Lichtenau. Kleine rote Pappen, weiß aufgedruckt „22 %“ – im Schaufenster des ehemaligen Malerwinkels Schwalm in Hessisch Lichtenau sind sie kaum zu übersehen.

Doch wer damit eine Rabattaktion verbindet, der irrt: Das Ganze ist eine Aktion der Hollefrauen zum „Equal Pay Day“, dem Tag für gleiche Bezahlung.

Mit ihrer bundesweiten Kampagne wollen Frauenorganisationen mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums am „Equal Pay Day“, dem Aktionstag am 20. März, der die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in der freien Wirtschaft bei gleicher Qualifikation markiert, hinweisen. Demnach müssen Frauen durchschnittlich 80 Tage länger arbeiten, also bis zum 20. März, um das Gleiche zu verdienen, wie ihre männlichen Kollegen bis zum 31. Dezember des Vorjahres. Da dieser Zeitraum 22 Prozent eines kompletten Jahres ausmacht, hat die Prozentzahl der Kampagne den Stempel aufgedrückt.

Die Hollefrauen von Hessisch Lichtenau sind mit Blick auf den bevorstehenden „Equal Pay Day“ sogar noch einen Schritt weiter gegangen und haben 22 Tage vor dem bundesweiten Aktionstag eine Kunstaktion in der Lossestadt gestartet. So wurden nicht nur auf der Fensterbank im Schaufenster des ehemaligen Malerwinkels Schwalm, mitten in der Landgrafenstraße, die roten 22-Prozent-Pappen ausgelegt, sondern an den Wänden des ehemaligen Verkaufsraums auch ein Dutzend Plakate aufgehängt. Auf denen haben die Frauen weitere Parolen aus dem Alltag formuliert, um damit zum Nachdenken anzuregen, aber auch zu provozieren.

Kreativität haben die Hollefrauen auch mit den beiden Gasbetonsteinen bewiesen, die sie zu Säulen im Ausstellungsraum aufgerichtet haben. Ken und Barbie obendrauf sollen den Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern symbolisieren: So fällt die Säule von Barbie im Volumen um 22 Prozent geringer aus. Auch an den Schaufenstern zahlreicher Geschäfte der Hessisch Lichtenauer Innenstadt machen rote Pappen mit der Aufschrift „22%“ auf die Aktion aufmerksam.

Das weckt unter den Aktivistinnen die Hoffnung, viele zu motivieren, sich am 20. März zum „Equal Pay Day“ zwischen 10 und 12 Uhr auf dem Kirchplatz im Zentrum der Lossestadt einzufinden, um mit den Hollefrauen, Politikerinnen und Gleichstellungsbeauftragten ins Gespräch zu kommen. (zlr)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.