„Dieser Einsatz wird uns lange begleiten“

Gondelabsturz auf Meißner: Ehrenamtliche bekamen psychosoziale Hilfe

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Hier passierte der tödliche Unfall: Am Sender auf dem Hohen Meißner stürzten drei Arbeiter ab. In den Tagen danach wurden in Gedenken Blumen und Kerzen vor dem Eingang zum Sender abgelegt.

Vom normalen Alltag sind viele Feuerwehrleute aus Hessisch Lichtenau und Umgebung nach dem Absturz einer Gondel an einem Sendemast auf dem Hohen Meißner noch weit entfernt. 

„Dieser Einsatz wird uns noch lange begleiten“, sagt der Sprecher der Lichtenauer Wehr, Stefan Schlegel. Wie gehen die ehrenamtlichen Helfer mit Einsätzen dieser Tragweite um? Wie wird ihnen geholfen? „Um die schrecklichen Bilder aus dem Kopf zu bekommen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten“, erklärt Schlegel. „Der Wichtigste: Man muss darüber reden. Sei es unter den Kollegen, die ebenfalls betroffen waren, mit der Familie oder mit Freunden.“

Auch professionelle Hilfe sei mitunter sinnvoll. Beim Gondelabsturz sei die zum Glück sehr schnell vor Ort gewesen. Zwei Notfallseelsorger unterstützten die Helfer. Sie sind kreisweit in Rufbereitschaft und werden wie die Einsatzkräfte über die im Volksmund „Pieper“ genannten Funkmeldeempfänger alarmiert. 

Betreuer waren vor Ort

Einsatzkräfte, aber auch Zeugen oder Betroffene könnten zudem die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) in Anspruch nehmen, erklärt Schlegel. Auch beim Gondelabsturz seien ausgebildete PSNV-Mitarbeiter vor Ort gewesen.

Als erste Einsatzkräfte seien am Dienstag vor einer Woche die Feuerwehrleute aus dem nächstgelegenen Ort Hausen gewesen. Sie trafen sich am Abend des Unglücks laut Schlegel mit ihren Kameraden aus Hessisch Lichtenau und mit den Einsatzkräften des DRK. 

„Auch hier waren mehrere PSNV-Mitarbeiter dabei, die Hilfe für alle im gemeinsamen Gespräch anboten, aber auch die Möglichkeit gaben, in Einzelgesprächen über das Erlebte zu sprechen.“ Zwei Tage nach dem Unglück bot Pfarrer Peter Möller erneut Gespräche für die Einsatzkräfte an.

„Niemand wird mit seinen Sorgen allein gelassen, jeder hat die Möglichkeit, sich Hilfe in den verschiedenen Angeboten zu holen“, betont Schlegel. „Jeder geht aber auch ganz individuell mit dieser Situation um und verarbeitet seine Eindrücke auf seine eigene Weise.“

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