Mehr als 100 Menschen kommen täglich in Sozialeinrichtung

Großer Andrang bei der Arche in Hessisch Lichtenau

Durch die Corona-Pandemie wurden auch im Werra-Meißner-Kreis viele Menschen in Kurzarbeit geschickt oder sogar gekündigt. Doch wie sehr hat sich dies auf deren finanzielle Situation ausgewirkt?

In der Arche in Hessisch Lichtenau gibt es neben Kleidung auch Kleinmöbel und eine Essensausgabe.

Werra-Meißner – „Die Nachfrage ist da und sie wird immer größer – das haben wir gemerkt, als wir coronabedingt geschlossen hatten“, sagt Gerda Brückmann von der Arche in Hessisch Lichtenau.

Weit mehr als 100 Menschen kämen täglich in die Sozialeinrichtung, bei der man neben der Ausgabe von Lebensmitteln auch günstig Kleidung und Kleinmöbel erwerben kann, berichtet sie. Und das, obwohl durch die aktuellen Auflagen nur je vier Kunden ins Geschäft dürfen. „Die Menschen warten dann draußen, bis sie an der Reihe sind.“

Unter den Kunden seien viele, die jeden Tag kämen. In letzter Zeit hat Brückmann aber auch Fremde wahrgenommen. Die Menschen kämen sogar aus Melsungen oder Kassel. Denn ihr Angebot sei etwas Besonderes; das spreche sich herum. „Wir legen Wert auf ein Shopping-Erlebnis: Die Leute, die zu uns kommen, müssen keinen Berechtigungsschein vorzeigen, es gibt eine Umkleidekabine und sie werden wie normale Kunden behandelt.“ Eben keine Ausgabementalität. Während die Sachspenden gut liefen, gebe es kaum Geldspenden. Diese kämen vorwiegend zu Weihnachten.

Ob die Pandemie eine Mitschuld daran habe, sei ohne einen Blick in die Bücher nicht zu sagen.

Gerda Brückmann ist Vorsitzende der Arche in Hessisch Lichtenau.

Gefühlsmäßig gebe es eher eine größere Spendenbereitschaft, „da die Menschen die Not sehen“, sagt Florian Hartleib, Sprecher der VR-Bank Mitte, die jährlich 300 bis 400 Projekte mit insgesamt 350 000 Euro fördert.

Durch den Lockdown sei vielen die Bedeutung des kulturellen Lebens inklusive der Vereinsarbeit wieder bewusst geworden. Vergangene Woche sei mittels Crowdfunding zugunsten einer neuen Tonanlage für die Kirche in Witzenhausen-Hundelshausen mit einer Finanzierung von 224 Prozent ein neuer Rekord erreicht worden.

Eine große Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Tilgung von Darlehensraten haben weder Sparkasse Werra-Meißner noch VR-Bank Mitte festgestellt.   

Rubriklistenbild: © PantherMedia / Forewer

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