Abbau soll im Januar abgeschlossen sein

Hessisch Lichtenau: Hallen für Flüchtlinge sind bald Geschichte

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Verlassen: Nur noch die Leichtbauhallen zeugen – genau ein Jahr nachdem die ersten Bewohner eingezogen sind – von der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im Senkefeld in Hessisch Lichtenau.

Hessisch Lichtenau. Der Abbau der Flüchtlingsunterkunft im Senkefeld soll laut Regierungspräsidium Kassel im Januar abgeschlossen sein.

Wo im Sommer noch Kinder über den Platz tobten und Fußball spielten, ist jetzt keine Menschenseele mehr zu sehen: Genau ein Jahr ist es her, dass die ersten 96 Flüchtlinge zwei der 13 Leichtbauhallen bezogen haben, die auf dem Hartplatz im Senkefeld in Hessisch Lichtenau errichtet worden waren. Damit wurde das Provisorium - eine Mitte September innerhalb von zwei Tagen aufgebaute Zeltstadt auf dem Sportplatz in Hessisch Lichtenau - durch eine solide und winterfeste Unterkunft ersetzt. Damals ahnte jedoch noch keiner, dass die innerhalb von drei Monaten hochgezogene Erstaufnahmeeinrichtung nur neun Monate bestehen bleiben sollte.

Mitte September haben die letzten Flüchtlinge die Einrichtung verlassen - nur zwei Wochen, nachdem das Hessische Ministerium für Soziales und Integration aufgrund sinkender Flüchtlingszahlen entschieden hatte, die Einrichtung zu schließen. Einen Tag vor Bekanntgabe der Entscheidung war auf dem Platz ein mithilfe von Spenden errichteter Spielplatz für die Kinder der Einrichtung eingeweiht worden. Der Pachtvertrag - jährlich zahlte das Land über 400 000 Euro an die Stadt - läuft noch bis Ende März. So lange werden die 13 Wohn- und vier Verwaltungshallen jedoch voraussichtlich nicht mehr stehen. „Der Abbau der Hallen soll im Januar 2017 abgeschlossen werden“, schreibt André Rieb, zuständig beim Regierungspräsidium Gießen für Flüchtlingsangelegenheiten, Erstaufnahmeeinrichtungen und Integration, auf Anfrage. Dieser sei bereits im Gange - einschließlich der Medienanschlüsse und der Inneneinrichtung.

Vor Ort ist von einem Abbau der Hallen allerdings noch nichts zu sehen. Auf die Frage, was mit den Hallen anschließend passiert, geht Rieb nicht ein. Nach HNA-Informationen sind die Hallen im Wert von fünf Millionen Euro gemietet - wie hoch die Miete ist, ist nicht bekannt.

Während das Areal laut Rieb nach wie vor vom Sicherheitsdienst überwacht wird, ist das DRK als ehemaliger Betreiber der Einrichtung nicht mehr vor Ort. Auch sämtliche behördliche Mitarbeiter seien zu ihren vorherigen Dienststellen zurückgekehrt.

Über den Rückbau der Fläche wird laut Rieb mit der Gemeinde verhandelt. In seiner jüngsten Sitzung hatte das Parlament beschlossen, das Geld für den Rückbau an den Sportverein zugunsten eines dort geplanten Kunstrasenplatzes weiterzureichen und jährlich die Hälfte der Unterhaltungskosten (7500 Euro) zu übernehmen.

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