"Heli ist die heimliche Kreisstadt": Bürgermeisterkandidat Marc Sachse liebt seine Heimat

Hier hat er seine Kindheit verbracht: Bürgermeisterkandidat Marc Sachse verbindet viele schöne Erinnerungen mit dem Alten Rathaus und dem Kirchplatz samt Brunnen. Foto:  Skupio

Hessisch Lichtenau. Dort geboren, aufgewachsen und mit dem Hauskauf nun endgültig sesshaft geworden, kann sich Marc Sachse keine schönere Heimat als das "Tor zum Werra-Meißner-Kreis" vorstellen. Ein Porträt des Bürgermeisterkandidaten:

„Helmut, machste mir noch 'nen Kaffee?", ruft Marc Sachse dem Mann zu, der in der Küche des Rathaus-Cafés zugange ist. Seine Sachen hat der 36-jährige Bürgermeisterkandidat an einem Tisch abgelegt.

Das Café wird vom Verein Lebensqualität bewirtschaftet, in dem sich Sachse als Mitglied engagiert. Auch sonst ist er im Zentrum seiner Heimatstadt Hessisch Lichtenau in seinem Element: Zwei Straßen weiter ist er aufgewachsen, als Kind mit dem Fahrrad die Treppen am Rathaus runtergehüpft. „Ich musste aufpassen, nicht aus Versehen ins Schaufenster gegenüber zu fahren.“

Als Jugendlicher war der Brunnen vor der Kirche der Treffpunkt für Sachse und seine Mofa-/Moped-Gang. „Den Spruch: Gib mal ne Mark, Marc! habe ich damals oft gehört, das hat sich mit dem Euro aber erledigt.“ In der damaligen Kneipe im Rathaus, die einem Freund der Familie gehörte, machte er seine ersten Erfahrungen mit Alkohol. Später arbeitete er in einer Arztpraxis und fuhr Pizzataxi. „Da habe ich einigen morgens ein Rezept gegeben und abends das Essen gebracht.“ 2010 heiratete Sachse Freundin Beate im Alten Rathaus. Die Krankenschwester aus der Orthopädischen Klinik lernte er durch die Arbeit kennen.

Beim Schwelgen in Erinnerungen packt Sachse auch Schwermut. Das Tor zum Werra-Meißner-Kreis, laut Sachse die heimliche Kreisstadt, wurde peu à peu attraktiver - beispielsweise durch die Straßenbahn - aber es gebe einige Mankos: „Wenn nicht gerade Markttag ist, ist die Innenstadt trostlos und menschenleer.“ Das will Sachse als Bürgermeister ändern, mit Gewerbetreibenden sprechen, ihnen Unterstützung bieten. Denn er wohne nicht nur in Hessisch Lichtenau, er lebe dort - und sei durch seine Arbeit als Rettungsassistent beim DRK in der Stadt auch 24 Stunden präsent. Seine Verbundenheit wurde durch seinen Hauskauf intensiviert. „Dadurch kriegt man einen ganz anderen Blick auf die Stadt - und einen Bezug zur Verwaltung.“ Sein Interesse für die Kommunalpolitik wuchs, einer Partei ist er nicht beigetreten - und hat es auch nicht vor. „In einer Partei muss man manchmal für etwas stimmen, was man gar nicht möchte. Als Parteiloser bin ich ungebundener, ich will hauptsächlich die Bürger hinter mir haben.“ Ein gutes Miteinander ist dem Feuerwehrmann wichtig. „Es gibt zwar viele Vereine, aber jeder bleibt eher für sich.“ Daher ist ein Heimatfest mit Einbindung aller Vereine und Gewerbetreibender sein Ziel. „Das letzte Fest war lieblos, alles wurde von außen geholt und nicht von hiesigen Firmen.“ Den regionalen Gedanken hat Sachse bei der Finanzierung seines Hauses mit einer ortsansässigen Bank beherzigt.

Privat ist Sachse gern an der frischen Luft, campt, geht angeln, Holz machen und fährt Motorrad. Ob er als Bürgermeister dafür noch Zeit hat? „Na klar, ich kann doch ins Rathaus laufen und zu Ortsterminen mit dem Fahrrad oder dem Motorrad fahren.“

Was Marc Sachse in seiner Hosentasche hat, lesen Sie in unserem Kandidaten-Fragebogen in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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