Artenreiche Flächen ausgewählt

Hessen Forst stellt im Kreis über 1000 Hektar Wald nun unter Schutz

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Mehr Wald steht bald unter Schutz: Forstamtsleiter Matthias Dumm zeigt eine seltene Kalktuff-Quelle im Flachsbachtal bei Wendershausen. Der Bereich ist wegen seiner Buchen- und Erlenbestände ökologisch besonders wertvoll.

Werra-Meißner. Die Zahl der Naturschutzflächen im Werra-Meißner-Kreis steigt, denn Hessen Forst hat jetzt weitere Teile des Waldes aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen.

Wie Matthias Dumm, Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau, berichtet, wurden kreisweit in den Revieren von Hessen Forst 1117 Hektar Wald geschützt, hessenweit sind es 20.000 Hektar.

Dafür wurden vor allem alte Bestände sowie artenreiche Flächen und solche mit seltenen Tieren und Pflanzen ausgewählt, so Dumm. „Wir haben uns bewusst entschieden, auch wirtschaftlich bedeutende Flächen aus der Nutzung zu nehmen, denn wir sind stolz, dass wir hier so besondere Flächen haben.“ Zwischen 2010 und 2015 wurden hessenweit bereits 19.600 Hektar Wald sich selbst überlassen. Im Forstamtsbezirk Hessisch Lichtenau, der den nördlichen Landkreis und den Meißner abdeckt, waren es laut Dumm 689 Hektar. Im zweiten Abschnitt im Mai kamen 86 Hektar hinzu. Hier wird kein Holz mehr geschlagen, die Forstwirte werden nur tätig, wenn Bäume und Äste auf die Wege zu fallen drohen. „Die werden dann abgesägt, bleiben aber auf der Fläche liegen“, sagt Dumm. Die einzigen Bäume, die in den kommenden zehn Jahren auf den Schutzflächen noch gefällt und verwertet werden dürfen, sind Nadelbäume. „Ohne Einflussnahme des Menschen würden die hier eigentlich nicht wachsen“, sagt der Förster.

An besonders bedeutenden Naturschutzflächen will das Forstamt Info-Tafeln aufstellen, etwa im Flachsbachtal bei Wendershausen, im Kaufunger Wald oder am Meißner. Auch Führungen seien auf Anfrage möglich. Insgesamt stehen in Hessen nun acht Prozent des Staatswalds unter Schutz. Weil die Forstämter nun weniger einnehmen können, schreibt das Land Hessen Forst insgesamt 1,3 Millionen Euro gut, die sonst durch Holzverkauf hätten aufgebracht werden müssen.

Mehr zum Naturschutzkonzept von Hessen Forst lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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